Sicherheit: Protestkundgebung zur Verkehrsministerkonferenz in Lindau

Die EVG nimmt die am Mittwoch und Donnerstag in Lindau am Bodensee stattfindende Verkehrsministerkonferenz zum Anlass, das Thema „Mehr Sicherheit bei Bus und Bahn“ weiter voranzutreiben. Dazu soll am Veranstaltungsort eine Protestkundgebung stattfinden.

„Wir erwarten, dass auch das Land Bayern seine Hausaufgaben macht“, erklärte der Vorsitzende des EVG-Landesverbandsvorstandes, Dirk Richter. „Für uns ist völlig inakzeptabel, dass nur wenige Tage nach dem tödlichen Angriff auf unseren Kollegen Serkan Çalar eine Ausschreibung für den Regionalverkehr im Nürnberger Umland angekündigt wurde, die eine Zugbegleiterquote von lediglich 30 Prozent vorsieht. Das ist angesichts der zunehmenden Gewalt viel zu wenig. Von einer Doppelbesetzung ist gar keine Rede.“

Da Schülerverkehre zu 100 Prozent begleitet werden müssen, könne sich jede:r ausrechnen, wie viele Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer auf den verbleibenden Strecken anzutreffen seien. Hinzu komme der völlig unbefriedigende Einsatz von Sicherheitspersonal. In der Ausschreibung seien lediglich 1.700 Stunden innerhalb eines Jahres für den Regionalverkehr im Nürnberger Umland vorgesehen. „Da Sicherheitskräfte schon aus Gründen der Eigensicherung immer zu zweit auf dem Zug sind, bleiben am Ende faktisch 850 Stunden übrig“, so der Vorsitzende des EVG-Landesverbandsvorstandes Bayern.

Das entspreche bei zwei Acht-Stunden-Schichten pro Tag gerade einmal 106 Tagen, an denen Sicherheitskräfte zum Schutz der Reisenden sowie der Kolleginnen und Kollegen eingesetzt werden könnten. Für die S Bahn Nürnberg werde lediglich ein bedarfsgerechter Einsatz einer Doppelbestreifung durch speziell geschultes Sicherheitspersonal angekündigt – in welchem Umfang, bleibe jedoch völlig offen.

„Wir wollen von den Verkehrsministern der Länder umsetzbare Vorschläge hören, wie nicht nur unsere berechtigte Forderung nach einer Doppelbesetzung auf den Zügen finanziert werden kann. Alle Kolleginnen und Kollegen, die in Bahnhöfen, auf Zügen und in Bussen arbeiten, haben ein Recht darauf, ohne Angst zur Arbeit zu gehen und unbeschadet wieder nach Hause zu kommen“, so Richter.

Die EVG hat ihre Forderungen in einer Petition zusammengefasst, die dem bayerischen Verkehrsminister – stellvertretend für seine Länderkolleginnen und -kollegen – zu Beginn der Verkehrsministerkonferenz übergeben werden soll. Die entsprechende Protestkundgebung der EVG findet am Mittwoch, den 25.03.2026, ab 10:00 Uhr vor der Inselhalle in Lindau statt. Mitglieder und Sympathisant*innen, die unterstützen möchten, sind herzlich willkommen.