EVG-Sicherheitskonferenz setzt deutliches Zeichen: „Doppelbesetzung muss Normalfall werden“
„Die Doppelbesetzung muss der Normalfall werden und wir müssen darüber reden, wie wir das bezahlen.“ Mit dieser klaren Aussage sorgte Oliver Krischer, Verkehrsminister in Nordrhein‑Westfalen, auf der Sicherheitskonferenz der EVG für Aufmerksamkeit.
„Es ist auch unsere Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Ihnen ein Arbeiten in Sicherheit ermöglichen – leisten Sie doch einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit“, so der Grünen-Politiker und verwies auf die zahlreichen Maßnahmen, die in seinem Bundesland bereits ergriffen wurden – und noch ergriffen werden sollen. Diese reichen vom „Kompetenzzentrum Sicherheit“ über eine Datenbank, in der Schwerpunkte aggressiven Verhaltens erfasst werden, bis hin zur IHK‑geprüften Sicherheitskraft: einem neu eingerichteten Lehrgang, der Mitarbeitende im Bereich Sicherheit qualifizieren und helfen soll, leichter neue Kräfte zu gewinnen.
Wie in anderen Bundesländern auch, werden in NRW inzwischen einzelne Nahverkehrszüge nicht mehr besetzt, um die von der EVG geforderte Doppelbesetzung auf anderen Linien zumindest kurzfristig zu ermöglichen. „Ein Kompromiss“, wie Oliver Krischer betonte, der weitere Unterstützung zusagte – etwa bei den von der EVG geforderten Maßnahmen, Fahrausweise auch ohne Vorzeigen des Personalausweises kontrollieren zu können. Das helfe auch im Busbereich, wobei die dort Beschäftigten deutlich machten, von den derzeit abgesprochenen Präventionsmaßnahmen kaum zu profitieren. Gleiches kritisierten Beschäftigte in den Reisezentren.
Eine zentrale Forderung gaben die Teilnehmenden der EVG‑Sicherheitskonferenz dem Minister ebenfalls mit auf den Weg: „Es ist für uns unerträglich, dass wir Übergriffe zur Anzeige bringen, die Verfahren von der Staatsanwaltschaft aber so gut wie immer eingestellt werden, weil angeblich kein öffentliches Interesse vorliegt. Diese Einschätzung teilen wir nicht und erwarten eine andere Herangehensweise der Staatsgewalt“, hieß es unter kräftigem Applaus.