Zentrale Fachgruppe Bus fordert Kehrtwende beim Thema Sicherheit

Zwischen Lenkrad und Gewalt: Busfahrer der Deutschen Bahn fordern mehr Schutz, wenn der Arbeitsplatz zur Gefahrenzone wird. Daher ist es Zeit für ein deutliches Alarmsignal.

Auf ihrer jüngsten Arbeitstagung in Fulda untermauerte die Zentrale Fachgruppe Bus (ZFG) der EVG ihre Forderungen nach Sicherheit, Respekt und Anerkennung. Mit einer Rekordbeteiligung machten die „Kollegen der Straße“ deutlich: Der Busbereich innerhalb des DB-Konzerns lässt sich nicht länger an den Rand drängen.

Das beherrschende Thema der dreitägigen Konferenz war die zunehmende Gewalt gegen das Fahrpersonal. Elisabeth Kula (EVG) präsentierte eine aktuelle Sicherheitsumfrage, die ein düsteres Bild zeichnet: Verbale Entgleisungen und körperliche Übergriffe gehören für viele Beschäftigte inzwischen zum Berufsalltag. Da das Sicherheitsgefühl in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen ist, fordert die Fachgruppe eine sofortige Kehrtwende. Wer die Mobilitätswende will, muss zuerst diejenigen schützen, die sie tagtäglich umsetzen.

Um die Sicherheit im Busbetrieb nachhaltig zu erhöhen, hat die Fachgruppe einen präzisen Katalog an Maßnahmen verabschiedet. Ein zentraler Punkt ist der Schutzraum Fahrerkabine: Diese soll konsequent geschlossen bleiben, damit das Personal bei Fahrscheinkontrollen aus dem unmittelbaren, oft konfliktträchtigen Kontrollvorgang herausgenommen wird. Um Reibungspunkte mit Fahrgästen bereits im Vorfeld zu minimieren, fordert die ZFG zudem ein einheitliches Lichtbild auf dem Deutschlandticket. Dies soll eine klare Identifizierbarkeit gewährleisten und mühsame Diskussionen am Einstieg beenden.

Auch technische Lösungen stehen ganz oben auf der Agenda. So wird die flächendeckende Kameraüberwachung im Innen- und Außenbereich gefordert, um Vorfälle rechtssicher zu dokumentieren und eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Für den Ernstfall regt die Fachgruppe eine innovative Lösung an: Die Koppelung der Alarmtaster mit einer Türblockade. Durch die Blockierung soll die Aufmerksamkeit der Umgebung massiv auf den Bus gelenkt werden, um schneller Hilfe zu erhalten. Zudem drängt die ZFG auf Klärung beim Thema Tierabwehrspray; hier herrsche nach wie vor Unsicherheit über die Einsatzbedingungen und die rechtliche Absicherung der Beschäftigten.

Diese Entschlossenheit ist auch mit Blick auf die kommende Tarifrunde 2026/2027 entscheidend. Thorsten Hagedorn betonte, dass der Busbereich seine Schwerpunkte dort selbstbewusst positionieren werde. Experten wie Rasim Tosun informierten über Leistungen der GUV/Fonds Soziale Sicherung, während Dirk Schlömer (mobifair) vor einem Preiswettbewerb warnte, der zulasten der Arbeitsbedingungen gehen könnte. In der Diskussion mit Jürgen Lenz, dem stellvertretenden BR-Vorsitzenden von DB Regio Schiene/Bus, wurde zudem die Chance erörtert, den Busbereich im Zuge der Konzernrestrukturierung strategisch aufzuwerten.

Am Ende der drei Tage in Fulda blieb der Eindruck einer entschlossenen Einheit zurück. Die Berichte über technische Mängel an Fahrzeugen oder instabile IT-Systeme wurden gesammelt, um sie nun mit Nachdruck auf Konzernebene einzubringen. Die Rekordbeteiligung war mehr als eine Randnotiz; sie war ein Symbol dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen am Steuer bereit sind, für ihre Sicherheit und ihre Rechte einzustehen. Die Botschaft ist klar: Die Busse machen was und sie wollen endlich gehört werden.