Starker Protest gegen Zerschlagungspläne: EVG fordert klare Zukunftsperspektiven
Vor dem Hintergrund der laufenden Umbaupläne bei der Deutschen Bahn protestierten am Morgen 160 Eisenbahnerinnen und Eisenbahner gegen die Zerschlagung der DB Systel sowie gegen den Abbau von Arbeitsplätzen. Anlass ist ein für heute geplantes Spitzengespräch mit dem Konzernvorstand, den Betriebsräten und der EVG zur Zukunft von Systel, Services und der DB Holding.
Zur Kundgebung aufgerufen hatten die EVG Betriebsgruppen der DB Systel aus Berlin, Erfurt und Frankfurt, die bereits vor zwei Wochen Hunderte Kolleg:innen mobilisieren konnten. EVG-Vize Kristian Loroch stellte drei zentrale Ziele der EVG für die Gespräche heraus: „Erstens müssen wir die Zerschlagung von Systel vom Tisch bekommen. Zweitens brauchen wir eine gute Lösung für die Kolleg:innen der Services – sie müssen endlich raus aus der Mindestlohnfalle. Und drittens dürfen die Beschäftigten in der Holding nicht planlos von A nach B geschubst werden.“
Heike Moll, Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, betonte die Solidarität im Konzern. In Bezug auf Systel machte sie deutlich: „Welches Unternehmen kann es sich leisten, seine IT aufzuspalten? Die Bahn steht schon schlecht genug da – da muss man nicht noch selbst die Axt anlegen“, betonte sie unter starkem Applaus der angereisten Teilnehmenden. Viele waren bereits in den frühen Morgenstunden aus Frankfurt oder Erfurt angereist, um den EVG Vertreter:innen bei den anstehenden Gesprächen den Rücken zu stärken.
Burkhard Nobbe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates bei der DB Systel, dämpfte vorsorglich die Erwartungen für das heutige Gespräch. 25 Teilnehmende würden zusammenkommen; vieles müsse sicherlich noch in weiteren Runden geklärt werden. Er betonte aber: „Wir haben es vor zwei Wochen gezeigt, wir zeigen es heute und wir werden zeigen, dass wir um unsere Zukunft kämpfen.“
Tarek Bannoura, EVG Geschäftsstellenleiter aus Erfurt, hob hervor: „Ohne starke IT Sicherheit hat die Bahn keine Zukunft. Wer hat denn dafür gesorgt, dass die jüngsten Cyberattacken so glimpflich ausgingen? Es waren die Eisenbahner:innen bei der DB Systel.“ Zugleich unterstrich der Thüringer die Bedeutung des Standortes für die gesamte Region. „Fallen in Erfurt weitere gute, tarifgebundene Arbeitsplätze weg, dann hat das Auswirkungen auf die gesamte Region.“
Unter dem Slogan „Wir alle sind Eisenbahn“ demonstrierten die Teilnehmenden den engen Schulterschluss der Eisenbahnerfamilie. So waren neben Caner Cengiz, GBR Vorsitzender von DB Services, auch Betriebsräte aus der DB Holding vertreten. Ricarda Schilling, stellvertretende Vorsitzende der EVG Betriebsgruppe Systel in Frankfurt, las weitere Unterstützungsnachrichten vor - unter anderem von FZI und Regio.





