Mit Bahn, Schiff und Bus durch Europa – „Toni“ Hofmann beendet ehrenamtliche Reisebegleitertätigkeit

50 Jahre begleitete „Toni“ (Anton) Hofmann ehrenamtlich Reisegruppen für die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) – heute Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), und je 20 Jahre für die Stiftungsfamilie BSW (Bahn Sozialwerk), wo das Reisebüro lange Jahre als ATC Touristik und später als BSW Touristik firmierte, und den ACE (Auto Club Europa).

Der ausgebildete Lokomotivführer, der zuletzt als Geschäftsführer der Vermögensverwaltungs-gesellschaft und Abteilungsleiter Finanzen und Controlling der ehemaligen GdED – heute EVG – tätig war, schrieb unter anderem auch freiberuflich Fotoreportagen für alle Heimatzeitungen und Internetportale im Main-Kinzig-Kreis. Er war ständig „auf Achse“.

„Eigentlich habe ich bereits in meiner Jugend, zu meiner Lehrzeit und im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten begonnen, Reisen für die GdED (Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands) Jugend zu organisieren und zu begleiten“, erinnert sich Hofmann zurück. Als Ortsjugendleiter in Würzburg trafen sich die Jugendgruppen gegenseitig in den Nachbarstädten Nürnberg und Regensburg oder Bamberg. Die Hansestadt Hamburg war damals ein ganz besonderes Ziel und die Fahrt mit den DB-Schiffen auf der Vogelfluglinie von Puttgarten nach Dänemark. Mit Begeisterung kamen die Jugendlichen von der Wochenendreise ins Ruhrgebiet und einer Grubenfahrt aus Bochum zurück.

Als 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der Ortsverwaltung Weiden in der Oberpfalz besuchte er mit Reisegästen mehrmals die damalige UdSSR (Russland) in Moskau und St. Petersburg sowie den „russischen Orient“ (Usbekistan) und die Städte Buchara, Samarkand und Taschkent. Ungarn mit Aufenthalt am Plattensee und der Hauptstadt Budapest. Unvergesslich bleiben die Gruppenreisen ins EUROP CAMP der EVG in Eze sur Mer an der Côte d’Azur – zwischen Monaco und Nizza.

„Die ersten 30 Jahre habe ich mir dafür extra Urlaub genommen. Als ich dann in den Ruhestand ging, war das nicht mehr nötig". Rein rechnerisch komme er daher auf 50 Jahre als ehrenamtlicher Reisebegleiter für die EVG, das BSW und den ACE.

Die Excel-Liste der von ihm bereisten europäischen Länder, die er „spaßeshalber mal zusammengestellt hat“, kann sich sehen lassen: 29 der 46 Länder hat er bereits gesehen. Manche davon ein Vielfaches und ausgiebig – mit Bus, Schiff und selbstverständlich der Eisenbahn.

„Die Reisebüros legten den Reisebegleitern einen Katalog vor mit den Angeboten und wir konnten unsere Wünsche abgeben, welche Ziele wir gerne übernehmen wollen würden“, erklärt Hofmann. Bezahlt werde er nicht, einzig die Fahrtkosten würden ihm erstattet, sowie Kost und Logis gezahlt.

Rote Oberbekleidung war sein Markenzeichen

„Die rote Oberbekleidung war mein Markenzeichen und hatte einen pragmatischen Hintergrund“, wie er erläutert. „Ich bin mit dem roten Oberteil wie das Rücklicht am Auto. Ich war immer der letzte Mann der Reisegruppe und mit der roten Farbe für den Reiseleiter immer gut zu erkennen. Sobald ich von hinten dann das Handzeichen gegeben habe, wusste die Stadtführer, dass mit der Führung losgelegt werden kann.“

Dass die Reisegäste von einem Reiseführer und einem zusätzlichen Reisebegleiter umsorgt wurden, sei seiner Ansicht nach eine sehr gute Sache. „Der Reiseführer kümmert sich um den Inhalt, der Busfahrer sorgt dafür, dass alle gut an das jeweilige Ziel kommen, und der Reisebegleiter hat einen Überblick über das Programm und die Abläufe, kümmert sich um die Fahr- und Eintrittskarten und alle Belange, die Gäste auf den Reisen haben.“ Mit ein wenig Stolz in der Stimme fügt er hinzu: „Ich habe noch keinen Gast in all den Jahren verloren.“ Damit alles rund lief, besuchte Hofmann extra Fortbildungen in Kommunikationsstrategien und Erster-Hilfe. „Das Durchschnittsalter der Reisegäste lag bei 70 Jahren“, berichtet er. Da sei es mitunter wichtig, im Notfall bei Herzattacken oder Stürzen einschreiten zu können. „Da habe ich schon viele Dinge erlebt.“ Was ihn besonders zu freuen scheint, ist, dass „viele Wiederholungstäter immer dabei waren.“ Da hätten sich auch Freundschaften geknüpft und er habe interessante Menschen kennenlernen dürfen.

Besondere Bahnfahrten waren Höhepunkte bei vielen Reisen

Neben Tagestouren, die er für seinen Heimat-EVG-Ortsverband Mainfranken (Würzburg) organisierte, die auch einige Gäste in den Main-Kinzig-Kreis nach Gelnhausen oder Hanau sowie nach Aschaffenburg führten, gab es für ihn persönlich das ein oder andere Highlight.

Für die Stiftungsfamilie BSW Bahnsozialwerk (BSW Touristik) begleitete er einige Male die Eisenbahn-Spezialtouren. „In Schottland und Polen sind wir mit Dampfloks gefahren und in England, in York, ist das erstbeste Eisenbahnmuseum der Welt“, kommt Hofmann ein wenig ins Schwärmen und gibt als persönlichen Höhepunkt die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn an, mit der er insgesamt dreimal unterwegs war – von Moskau bis zum Baikalsee – sowie die Fahrt mit dem Eröffnungszug durch den neuen Gotthard-Basistunnel. Unvergesslich sind auch die ganz besonderen Advents- und Silvesterreisen ins Erzgebirge und nach Prag oder Pilsen geworden.

Zeitgleich betreute Toni Hofmann für das gewerkschaftsnahe ACE-Reisebüro (Auto Club Europa) viele Bus-, Fluss- und Bahnreisen ins europäische Ausland. Ob in die Toskana oder die Baltischen Staaten. 15-mal war er mit Reisegästen bei Flusskreuzfahrten auf der Donau, dem Rhein, dem Main, der Mosel und der Rhone unterwegs. Darunter fallen die Reisen mit dem Schwerpunkt im Mobilitätsbereich wie im Eisenbahnland Schweiz mit dem Glacier- und Bernina-Express.

Hier begleitete er in den letzten zehn Jahren insgesamt 26-mal verschiedene Reisegruppen, u.a. STEAM DREAM – Dampfträume mit Dampfzügen und Dampfschiffen rund um und auf dem Vierwaldstättersee, dem Zürichsee und dem Brienzersee und die Tour BIG FIVE, Berg- und Seilbahnen am Vierwaldstättersee.

Die letzte EVG-Reisegruppe war der Ausflug mit ehemaligen Arbeitskollegen und den derzeitigen Gewerkschaftssekretären aus Bayern zum 40-jährigen Bestehen der Hauptamtlichen Gemeinschaft zur „BIG FIVE“ Tour am Vierwaldstättersee.

„Am Ende haben die Reisenden von mir eine kleine Bildcollage bekommen. Das ist immer gut angekommen.“ Hofmann schrieb aber auch unzählige Reiseberichte und Tipps für Gruppenreisen und berichtet in einem Interview auf Youtube über die Aufgaben eines Reiseleiters.

Weitere Informationen

Wer mehr über die Tätigkeiten eines Reisebegleiters erfahren will, kann sich das Interview „Betreutes Reisen - mit Anton Hofmann“ auf Youtube im Kanal von „Walk-Män-Podcast - Gesund leben in Bewegung“ anschauen.