NRW-Verkehrsminister Krischer bei EVG-Sicherheitskonferenz
Die Sicherheit von Beschäftigten im Verkehrssektor steht zunehmend im Fokus der öffentlichen Debatte. Gewalt und Bedrohungen im Arbeitsalltag sind für viele Beschäftigte Realität.
Die Sicherheit von Beschäftigten im Verkehrssektor steht zunehmend im Fokus der öffentlichen Debatte. Gewalt und Bedrohungen im Arbeitsalltag sind für viele Beschäftigte Realität.
Angesichts der zunehmenden Gewalt bei Bus und Bahn drohen eklatante Folgen für die Fahrgäste. Knapp ein Drittel der Beschäftigten spielt mittlerweile mit dem Gedanken, den Beruf zu wechseln. Das ist eines der Ergebnisse der jüngsten Sicherheitsumfrage der EVG. Setzen sie diesen Gedanken um, würden zwangsläufig Züge wegen Personalmangel stehen bleiben. Einen solchen „Aderlass“ könnte kein Unternehmen kurzfristig kompensieren.
Die Deutsche Bahn plant umfassende Umstrukturierungen in mehreren Geschäftsbereichen. Für uns als EVG ist klar: Veränderungen dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten stattfinden.
Rund 400 Expertinnen und Experten unterschiedlichster Nahverkehrsunternehmen waren der Adressat der von der EVG initiierten Petition für mehr Sicherheit bei Bus und Bahn. Anlässlich des Branchentreffs des Bundesverbands SchienenNahverkehr (ehemals Bundesarbeitsgemeinschaft SPNV) in Fulda wies die EVG vor Ort noch einmal nachdrücklich auf ihre Forderungen hin.
Die Deutsche Bahn steht vor einem massiven Umbau - und ausgerechnet ihr digitales Rückgrat soll dabei geschwächt werden. Nach aktuellen Plänen könnten bei DB Systel bis zu zwei Drittel der Arbeitsplätze wegfallen. Daher haben am Mittwoch in Frankfurt/ Main, Berlin und Erfurt Protestaktionen stattgefunden.
Die DB Cargo muss wieder schlagkräftiger werden, um in Zukunft zu bestehen. Der Arbeitgeber hat nun ein Sanierungskonzept vorgelegt.
Der 2. Februar 2026 stellt für uns eine Zäsur dar: an diesem Tag wurde unser Kollege Serkan Çalar im Rahmen einer Fahrscheinkontrolle Regionalzug RE 4131 (Heidelberg–Koblenz) so brutal angegriffen, dass er später seinen schweren Verletzungen erlag.
Die Sicherheit der Beschäftigten im Bahnbereich ist für die EVG nicht verhandelbar. Beim Sicherheitsgipfel am Freitag bei der DB AG haben wir mit Nachdruck auf konkrete Sofortmaßnahmen gedrängt - und einen wichtigen Erfolg erzielt: Bodycams werden künftig für alle Kolleg:innen im Kundenkontakt eingesetzt.
Mit eindringlichen Worten hat der EVG‑Vorsitzende Martin Burkert auf dem Sicherheitsgipfel am Freitag bei der DB AG entschlossenes politisches Handeln gefordert. Nur so kann die Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Verkehr deutlich verbessert werden. Anlass war der gewaltsame Tod des Kollegen Serkan Çalar, der bundesweit für Bestürzung gesorgt hat.
Der tödliche Angriff auf unseren Kollegen Serkan hat uns alle erschüttert. Am Freitag gibt es einen Sicherheitsgipfel. Neben Politik und Arbeitgebern ist auch deine EVG dabei. Wir drängen auf schnelle und wirksame Maßnahmen.