Zentrale Beamtenfachtagung der EVG in Nürnberg

Neue Wege in der Beamtenpolitik der EVG: Erstmals wurde Anfang Februar eine beamtenpolitische Fachtagung auch online übertragen. So konnten rund 200 Kolleg:innen, zum Teil live vor Ort in Nürnberg, zum Teil virtuell, an Diskussionen zu Themen teilnehmen, die den Beamt:innen unter den Nägeln brennen. Und davon, das wurde auf der Veranstaltung deutlich, gibt es einige.

Allen voran und immer wieder: Engpässe bei Beförderungsmöglichkeiten in DB-Wahlbetrieben. „Das ist frustrierend und demotivierend“, so ein Kollege in der Diskussion. Unser stellvertretender EVG-Vorsitzender, Kristian Loroch nahm die Berichte aus dem Plenum mit großem Interesse auf. Unstimmigkeiten in einzelnen DB-Wahlbetrieben müssten nachverfolgt und geprüft werden; die EVG stehe ohnehin in ständigem Dialog mit den Entscheidungstragenden, insgesamt sei aber auch anzuerkennen, dass durch den geschlossenen Bestand und einer begrenzten Anzahl an Planstellen die Aufstiegsmöglichkeiten beschränkt seien. „Wir haben das Thema aufgenommen und besprechen es mit dem BEV. Es ist aber, angesichts der begrenzten Stellenanzahl, eine herausfordernde Situation“, so Loroch.

Beamtinnen und Beamte bei der Bahn – das sind Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. Sie arbeiten in den Zentralen und draußen im Schienennetz. Entsprechend sind sie auch von den Umwälzungen durch den Konzernumbau betroffen. Da stieß das Projekt „Job Neustart“, vorgestellt von Peggy Schreiber-Geyer, Leiterin der Abteilung Beschäftigungsbedingungen Beamte und BEV bei der DB AG, auf großes Interesse. „Job Neustart“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von DB JobService und dem DB-Recruiting. „Beschäftigte können hierüber schnell eine Ansprechperson finden, um Möglichkeiten zu einer persönlichen beruflichen Veränderung auszuloten – noch, bevor ein Wegfall der Beschäftigung unmittelbar bevorsteht.“ Anwesende Personalräte lobten das Projekt. „Das hilft uns in der Argumentation“, so ein Kollege von DB Cargo. „Wir können den Kolleg:innen sagen: Es ist nicht zu Ende, auch wenn dein konkreter Arbeitsplatz wegfällt.“

Top-Thema in der abschließenden Podiumsdiskussion: die Zukunft des Bundeseisenbahnvermögens und der KVB. Der Leiter der BEV-Stabsstelle, Julien Tirré, gab einen Einblick in aktuelle Projekte wie die Runderneuerung der IT-Architektur sowohl beim BEV als auch bei der KVB. Der Präsident des BEV, Winfried Thubauville, sei nicht angetreten, das BEV abzuwickeln, sondern es weiterzuentwickeln. Dazu gehöre auch der Vorschlag, das 500-Milliarden-Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes beim BEV anzusiedeln. Die EVG unterstütze diesen Vorschlag, so Kristian Loroch, es sei „ein Stück Zukunftssicherung für das BEV.“

Dafür „müssen wir allerdings den Bundesfinanzminister noch etwas bearbeiten.“ Auch die KVB mit ihren rund 170.000 Versicherten sei eine wichtige Säule. „Wir wollen die KVB so lange wie möglich in unserer Hand behalten. Dafür müssen wir sie allerdings robuster aufstellen.“ Dass es eine neue IT-Leitung gäbe und dass in diesem Bereich neue Planstellen ausgeschrieben würden, sei ein Hoffnungszeichen.  Dem konnte Bernhard Krois, KVB- Bezirksgeschäftsführer in Rosenheim, nur zustimmen. „Die KVB ist eine gute Krankenkasse, sie muss den Vergleich zu anderen Kassen nicht scheuen.“ Um auch weiterhin gut aufgestellt zu sein, und eventuell auch wieder ausbilden zu können, „müssen aber die Arbeitsbedingungen bei der KVB so ausgestaltet werden, dass die Arbeit leistbar ist.“, so Krois. Die Beschäftigten der KVB seien nicht schuld an den Verzögerungen der Erstattung insbesondere im Pflegebereich.

Die Erstattungen in der Pflegeversicherung werden über externe Partner abgewickelt, nämlich die HMM für die GPV. Diese Konstruktion habe in den vergangenen beiden Jahren für extreme Probleme und Verzögerungen bei den Erstattungen gesorgt; ganz allmählich sei aber hier wohl eine Verbesserung der Situation in Sicht, auch dank des EVG-Bypasses.

Hierzu erhielt die KVB für Ihre Arbeit viel Lob aus dem Plenum. Erstattungszeiten seien kurz und die Möglichkeit der Nutzung der App erfahre viel Zuspruch. Insgesamt fand unsere Veranstaltung große Zustimmung und unsere verbeamteten Kolleg:innen verließen gut informiert die Tagung.