Sicherheit ist kein Zufall: Betriebsgruppe Start setzt Zeichen nach tödlichem Angriff
Nur einen Tag nachdem die EVG-Betriebsgruppe Start im Betrieb unterwegs war, um mit den Kollegen über das Thema Sicherheit zu sprechen und über das EVG-Hilfetelefon „Ruf Robin“ zu informieren, folgte ein Ereignis, das die Dringlichkeit dieses Themas auf tragische Weise verdeutlicht: Ein Zugbegleiter wurde bei einem Angriff durch einen Fahrgast so schwer verletzt, dass er später verstarb.
Am vergangenen Dienstag war die EVG-Betriebsgruppe Start im direkten Austausch mit den Beschäftigten. Gespräche drehten sich um Übergriffe, das wachsende Unsicherheitsgefühl im Arbeitsalltag und um konkrete Unterstützungsangebote für Betroffene und Zeugen von Vorfällen. Der tödliche Angriff hat viele im Betrieb tief getroffen. Er macht deutlich: Gewalt im Dienst ist keine theoretische Gefahr, sondern bittere Realität. Sicherheit ist kein Randthema, sondern eine zentrale Frage für alle, die täglich im Betrieb und in den Zügen unterwegs sind.
Als unmittelbare Reaktion auf die Gewalttat war die Betriebsgruppe bereits am darauffolgenden Tag erneut vor Ort. Um den Kollegen ein zusätzliches Maß an subjektiver und objektiver Sicherheit zu bieten, wurden Taschenalarme verteilt. Die handlichen Geräte sind darauf ausgelegt, im Ernstfall durch ein akustisches Signal Aufmerksamkeit zu erzeugen und so schneller Hilfe herbeizurufen. Die Betriebsgruppe setzt mit dieser Aktion ein bewusstes Signal an die Belegschaft. Ziel ist es, die Sorgen der Mitarbeiter ernst zu nehmen und auch kurzfristig konkrete Hilfsmittel bereitzustellen – auch wenn klar ist, dass solche Geräte allein keine umfassende Lösung für das Gewaltproblem darstellen können.
Die EVG macht deutlich, dass Mitgefühl allein nicht ausreicht. Der Schutz der Beschäftigten muss aktiv verbessert werden. Gefordert werden wirksame Schutzkonzepte direkt im Betrieb, klare und einfache Meldewege nach Übergriffen, die konsequente Aufarbeitung jedes einzelnen Vorfalls, der Einsatz von Bodycams als zusätzliches Sicherheitsinstrument, mehr Sicherheitspersonal, das in den Zügen mitfährt, sowie Prävention und praxisnahe Schulungen. Gewalt darf niemals „Teil des Jobs“ sein. Punkt.
Wer von einem tätlichen Angriff betroffen ist, sollte sich umgehend bei „Ruf Robin“ melden. Das EVG-Hilfetelefon 0800 264 44 44 ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche erreichbar. Die Reaktionen auf die Aktion zeigen, wie sehr das Thema bewegt. Die EVG steht an der Seite der Betroffenen. Sicherheit entsteht nicht durch Schweigen, sondern durch Sichtbarkeit, Solidarität und Konsequenz. Ziel bleibt ein Arbeitsalltag, in dem niemand Angst haben muss, zur Arbeit zu gehen.


