Landes - und Ortsverbandsvorstand Saarland: Austausch mit SPD-Verkehrspolitik - Sicherheit im Nahverkehr braucht politisches Handeln

Die EVG Saarland begrüßte in seiner Sitzung Mitglieder aus dem Verkehrs- und Innenausschuss der SPD-Landtagsfraktion. Unter ihnen der verkehrspolitische Sprecher Sebastian Schmitt.

Anlass war der tragische Vorfall von Serkan Çalar, der erneut deutlich macht: Sicherheit im öffentlichen Verkehr ist nicht verhandelbar. Die Politik steht in der Verantwortung, das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit aus Artikel 2 Grundgesetz konsequent zu schützen.

Ralf Damde machte als EVG-Landesvorsitzender und GBR-Vorsitzender der DB Regio klar: Beschäftigte dürfen nicht allein gelassen werden. Aktuelle Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr erzwingen häufig Einzelbesetzungen, während Unternehmen Strafzahlungen drohen, wenn Personal kurzfristig fehlt. Gleichzeitig sollen Zugbegleiter – etwa in sogenannten Fußballzügen mit bekannten Gewaltpotenzialen – alleine durch die Züge gehen, während Polizeibegleitung ausbleibt.

Für die EVG ist das nicht akzeptabel. Sicherheit darf kein Kostenfaktor sein. Die Länder und Zweckverbände müssen endlich mehr Flexibilität ermöglichen, damit Doppelbesetzungen ohne wirtschaftliche Sanktionen umgesetzt werden können. Neben den Verkehrsministerien ist ausdrücklich auch das Innenressort gefordert.

Positiv wurde hervorgehoben, dass bei der DB durch die starke EVG-Mitbestimmung bereits Maßnahmen durchgesetzt werden konnten – bei anderen Eisenbahnunternehmen fehlt diese Absicherung jedoch häufig. Deshalb erwartet die EVG Saarland klares politisches Handeln – und zwar jetzt. Sicherheit im Nahverkehr braucht bundesländerübergreifende Standards statt unterschiedlicher Regeln in jedem Verkehrsverbund.

Sebastian Schmitt würdigte das Engagement der EVG ausdrücklich und machte deutlich, dass Beschäftigte, die täglich für Sicherheit sorgen, zunehmend Beschimpfungen und Gewalt ausgesetzt sind. Thomas Bock ergänzte, dass die gesellschaftliche Zivilcourage spürbar abgenommen habe. Gleichzeitig wurde auf gewerkschaftliche Initiativen wie das bereits 2017 gestartete Helfertelefon „Ruf Robin“ sowie Selbstbehauptungskurse für Beschäftigte verwiesen.

Fazit: Ein intensiver und politisch klarer Austausch mit vielen kurz-, mittel- und langfristigen Handlungsansätzen. Für die EVG Saarland steht fest: Der Dialog mit der Politik wird fortgesetzt – aber entscheidend sind jetzt konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr.