Bundesseniorenleitung: Neuer Schwung für Junge Alte

Seit zehn Jahren gibt es in der EVG das Programm „Junge Alte“. Derzeit wird Bilanz gezogen und das Projekt neu justiert: eines der zahlreichen Themen, mit denen sich die Bundesseniorenleitung in ihrer Frühjahrssitzung Mitte März in Fulda befasste.

„Junge Alte“: mit diesem Bündel von Maßnahmen wollen wir erreichen, dass möglichst viele Kolleg:innen beim Übergang vom Berufsleben in die dritte Lebensphase Mitglied in der EVG bleiben. Anfang des Jahres wurde eine neue, haupt- und ehrenamtlich besetzte Arbeitsgruppe gebildet, die die bisherigen Erfahrungen auswertet, den Prozess und die begleitenden Materialien überprüft und evtl. neue Anstöße entwickelt. „Junge Alte“ stärkt den gewerkschaftlichen Solidaritätsgedanken und erhöht die Sichtbarkeit der Seniorenarbeit innerhalb der EVG. 

Gut funktioniert das derzeit in Nürnberg. Dort wurden auf Initiative der Geschäftsstelle alle Mitglieder des Ortsverbandes zwischen 60 und 70 Jahren angeschrieben und zu einem Brainstorming eingeladen: Welche Themen interessieren euch, welche zusätzlichen Angebote könnt ihr euch vorstellen? Es kamen über 200 Kolleg:innen, man musste aus der geplanten Räumlichkeit in eine größere umziehen. „Ich war selber überrascht, wie gut das funktioniert hat“, berichtete Hans Bleicher, der den Wahlkreis Nürnberg in der BuSL vertritt. „Wichtig ist, dass wir ein Angebot machen, das keine Konkurrenz zu den ohnehin laufenden Programmen der Seniorengruppen ist.“

So kam dann ein Jahresprogramm für 2026 zustande, das ebenso sportliche wie kulturelle wie auch politische Akzente setzte: mit Wander-, Rad- und Bootstouren, mit einem Besuch in Hamburg inklusive Besichtigung des Miniatur-Wunderlands, einem Besuch im Bayerischen Landtag in München und einem Berlin-Besuch inklusive Besichtigung des Reichstags. In einer der kommenden Ausgaben der imtakt werden wir ausführlicher über die Nürnberger Erfahrungen berichten. 

Aus Sachsen berichtete Klaus Gräfe über das dortige Projekt „55plus“, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Hier sind es vor allem Schulungen und Trainings im Umgang mit digitalen Endgeräten und Programmen, die die Leute bei der Stange halten. „Wer heute mit 63 aus dem prallvollen Arbeitsleben in den Ruhestand geht, hat andere Ansprüche an die Seniorenarbeit als frühere Generationen. Den werden wir nur mit Kaffeefahrten nicht zufriedenstellen.“ Hier hat die EVG mit dem Prozess „Digitale Teilhabe“ eine gute Möglichkeit geschaffen, wie sich Senior:innen innerhalb der Gewerkschaft engagieren können – auch als Alternative dazu, ein Gremiumsmandat zu übernehmen.  

Natürlich hatte sich die Bundesseniorenleitung auch wieder Gäste eingeladen: so den EVG-Rentenexperten Samuel Beuttler-Bohn, der über die aktuelle Rentenkommission der Bundesregierung und über Konstrukte wie die Aktivrente und die Frühstart-Rente berichtete. Fazit: Von der Rentenkommission, die zwar mit Politiker:innen und Wissenschaftler:innen, nicht aber mit Vertreter:innen der Sozialpartner besetzt ist, ist kaum etwas konstruktives im Sinne der Beschäftigten zu erwarten. 

Martin Benner aus der EVG-Fachabteilung Beamtenpolitik und Bildung hatte Informationen für die Ruhestandsbeamt:innen im Gepäck. Die Besoldungserhöhung für Beamt:innen durch die Übertragung des ÖD-Tarifergebnisses, und damit die Erhöhung der Versorgung ist aus einer Reihe von Gründen immer noch nicht auf den parlamentarischen Weg gebracht worden. Immerhin gab es bereits eine Abschlagszahlung und im Mai wird es eine weitere geben. 

Auch ging Martin auf den aktuellen Sachstand bei der KVB-Pflegeversicherung ein. So hat das beharrliche Engagement der EVG dazu geführt, dass rund eine Million Euro an rückständigen Erstattungsleistungen an unsere Mitglieder ausgezahlt wurden. Zeit, um locker zu lassen, ist dennoch noch lange nicht: „Vor einem Jahr standen wir bei minus 100, was die Erstattungen betrifft, jetzt sind wir bei minus 85. Es ist also besser geworden, aber es ist noch sehr, sehr viel Luft nach oben.“