Das Bundesverkehrsministerium (BMV) plant, 112 zusätzliche Straßenabschnitte für übergroße Lkw freizugeben, das Berliner Straßennetz für Lkw mit verlängerten Sattelanhängern vollständig zu öffnen und Fahrten mit diesem Riesen-Lkw-Typ deutschlandweit bis 2033 auszuweiten.
Nach unserer Ansicht würden Riesen-Lkw den Straßengüterverkehr noch weiter verbilligen und Transporte von der Schiene zurück auf die Straße verlagern. Dies gefährdet Arbeitsplätze bei den Güterbahnen und schwächt insbesondere den für die Industrie wichtigen Einzelwagenverkehr. Gleichzeitig drohen enorme Belastungen für die Infrastruktur sowie zusätzliche Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr und an Bahnübergängen.
Wir fordern deshalb, die Ausnahmegenehmigungen für überlange Lkw sofort zurückzunehmen und stattdessen die Verkehrsverlagerung auf die Schiene konsequent zu fördern. Dazu gehören unter anderem Investitionen in das Schienennetz, die Förderung des Einzelwagenverkehrs, niedrigere Trassenpreise und endlich faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Straße.
„Anstatt die Verkehrswende mit der Zulassung immer größerer Lkw auf immer mehr Strecken zu hintertreiben, sollte das BMV die Güterbahnen und die Verkehrsverlagerung auf die Schiene aktiv fördern“, heißt es in der Stellungnahme.
EVG lehnt Riesen-Lkw ab
Die EVG hat die geplante Ausweitung der Zulassung von Lang- bzw. Riesen-Lkw deutlich kritisiert. In einer Stellungnahme zum Entwurf der 14. Änderung der Lang-Lkw-Ausnahmeverordnung warnen wir vor negativen Folgen für Verkehrssicherheit, Klimaschutz und den Schienengüterverkehr.
