ZFG Berufsbildung / Bildungspersonal: Kürzungen stoppen, Ausbildung stärken!

Qualifizierungsrückgänge bei Cargo, Ausbildungseinschnitte im Fernverkehr, Rückbau von Simulatoren, Verwerfungen bei der Ausbildervergütung - die Aufzählung unliebsamer Entwicklungen im Bahnbereich ließe sich beliebig fortsetzen. Doch es gibt auch erfreuliche Themen, mit denen sich die Zentrale Fachgruppe (ZFG) Berufsbildung in ihrer jährlichen Präsenzsitzung beschäftigt hat.

Neun Personen stehen vor dem Eingang eines Gebäudes mit großen Glasflächen und rotem Türrahmen. Die Personen sind in einer Reihe und leicht versetzt angeordnet und tragen überwiegend Freizeitkleidung in Blau-, Grau-, Grün-, Rot- und Schwarztönen. Links und rechts neben dem Eingang stehen Pflanzgefäße. Vor der Gruppe befindet sich ein gepflasterter Bereich mit einer dunklen Fußmatte. Im Hintergrund sind durch die Glasscheiben Reflexionen von Bäumen und Himmel sichtbar.

Ende Oktober traf man sich erneut in Fulda. Erwartungsgemäß verliefen die Beratungen intensiv und fordernd. „Die derzeitigen Umstrukturierungen und Einsparungen im Bahnkonzern schlagen sich unmittelbar auf die Berufsbildung nieder“, bestätigte Sprecherin Sabine Müller. „Wenn diese Tendenzen nicht gestoppt werden, bekommen wir im operativen Bereich große Probleme.“ Als markantes Beispiel nannte sie den Rückgang der Ausbildungszahlen für die Kaufleute für Verkehrsservice im Fernverkehr - und das, obwohl der Beruf gerade erst modernisiert wurde und eine neue Ausbildungsordnung erhalten hat.

Seit diesem Jahr widmet sich die Fachgruppe intensiv der Vergütung für Ausbilderinnen und Ausbilder. Um die Entgelte geschäftsfeldübergreifend gerechter zu regeln, arbeiten die Kolleginnen und Kollegen eng mit den Experten der Tarifpolitik zusammen.

Es gibt jedoch auch positive Signale: Fiene Schölla aus dem Bereich der Bahnbau-Gruppe etwa berichtet von stabilen Ausbildungszahlen im gewerblich-technischen Sektor und hofft, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Frank Gerdes, Fachexperte der IG Metall und Gast der Veranstaltung, ging in seinen Ausführungen auf die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe ein. Im Raum steht eine Voruntersuchung, also eine Überprüfung der elf industriellen M+E-Berufe. Hierzu hat die EVG vor einigen Wochen eine Arbeitsgruppe gebildet, die entsprechende Forderungen erarbeiten wird. Sollte das Modernisierungsvorhaben gelingen, wäre das eine gute Nachricht für die gesamte Branche.

Für das Frühjahr kommenden Jahres plant die EVG eine Neuauflage ihrer Ausbilderkonferenz, die von der Fachgruppe aktiv mitvorbereitet wird.

Zum Abschluss der Tagung zeigte sich Sabine Müller zufrieden: „Nur im Schulterschluss mit der Gewerkschaft können wir die Ausbildungszahlen und die Qualität der Maßnahmen hochhalten. Dafür braucht es klare Positionen. Die Beratungen haben gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“

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