„Wir vergessen nicht“: Gedenktafel ehrt unseren Kollegen Serkan

Laut schallt das Signalhorn der eigens abgestellten S-Bahn über den Bahnsteig 1 im Mannheimer Bahnhof und beendet die Schweigeminute, die diesen sonst so lauten Ort zu einem ungewohnten Ort der Stille gemacht hatte.

An einer grauen Steinwand ist eine silberne Gedenktafel der Deutschen Bahn angebracht, die an einen Mitarbeiter erinnert, der 2026 bei einem tätlichen Angriff ums Leben kam. Das Bild zeigt eine rechteckige Gedenktafel aus gebürstetem Metall, die mit vier runden Schrauben an einer Steinwand befestigt ist. In großen schwarzen Buchstaben steht oben der Name „SERKAN ÇALAR“. Darunter befindet sich ein Gedenktext der Deutschen Bahn. Der Text erinnert daran, dass die genannte Person am 4. Februar 2026 im Alter von 36 Jahren infolge eines tätlichen Angriffs ums Leben kam. Weiter wird hervorgehoben, dass die Person sich engagiert für Reisende sowie Kolleginnen und Kollegen eingesetzt hat. Die Inschrift schließt mit den Worten, dass der Tod zu Rücksichtnahme und einem respektvollen Miteinander mahne. Am unteren Rand der Tafel ist das Logo der Deutschen Bahn zu sehen. Die Gestaltung ist schlicht und sachlich, mit schwarzer Schrift auf silbernem Hintergrund.

Wo sonst Pendlerinnen und Pendler auf ihre Züge warten, stehen heute Hunderte Menschen, darunter viele Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, um unserem Kollegen Serkan Çalar zu gedenken.

Serkan wurde im Februar dieses Jahres bei einer Fahrkartenkontrolle angegriffen und tödlich verletzt. Um an ihn zu erinnern, hat die Deutsche Bahn am Mannheimer Bahnhof eine Gedenktafel angebracht.

In kurzen Reden sprechen Bahnchefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger über die Konsequenzen dieser Tat. Über die Maßnahmen für mehr Sicherheit, die seitdem ergriffen wurden und selbstkritisch auch über die Dinge, bei denen erst die EVG Druck machen musste. Am eindrücklichsten ist aber die Ansprache von Serkans Bruder: „Der Tod von Serkan hat eine Lücke in unsere Familie gerissen.“

Kurz zuvor hatte EVG-Chef Martin Burkert im Mitarbeitenden-Casino im zweiten Stock des Bahnhofs Serkans Vater die Hand gedrückt und ein Versprechen abgegeben: „Wir vergessen nicht“. Denn es ist nicht nur Serkans Familie und sein großer Freundeskreis, in denen jetzt eine nicht zu schließende Lücke klafft. Auch in der Eisenbahnerfamilie bleibt eine große Leerstelle zurück. Die Gedenktafel in Mannheim wird ab heute für immer an Serkan erinnern. Und die Eisenbahnerfamilie wird für immer Serkans Andenken hochhalten. Das tun wir, indem wir an unseren Kollegen erinnern, und das tun wir, indem wir noch härter und lauter für die Sicherheit in unseren Zügen und Bussen kämpfen. Wir werden nicht lockerlassen, ein solcher Fall darf sich niemals wiederholen.

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