„Wer bei der Bahn arbeitet, muss sicher nach Hause kommen“

Die wachsende Sorge vor Gewalt gegen Bahnbeschäftigte und die Folgen des zunehmenden Wettbewerbs auf der Schiene standen im Mittelpunkt eines Austauschs von Katja Mast, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesarbeitsministerin, mit der EVG und dem Betriebsrat von DB Fernverkehr am Karlsruher Hauptbahnhof.

Sechs Personen stehen auf einem Bahnsteig vor dem Schild „Karlsruhe Hbf“ und blicken in die Kamera. Im Vordergrund stehen drei Personen, dahinter drei weitere. Eine Person trägt eine dunkle Kappe, eine andere ein hellblaues Kurzarmhemd. Im Hintergrund sind Bahnsteigdächer, Geländer, Gleisanlagen und weitere Schilder mit der Aufschrift „Karlsruhe Hbf“ zu sehen. Die Aufnahme entstand bei Tageslicht im Außenbereich eines Bahnhofs.

Wie ernst die Sicherheitslage ist, zeigte zuletzt ein Vorfall bei Ettlingen-Bruchhausen, bei dem ein Mitarbeiter von DB Sicherheit schwer verletzt wurde. „Das macht mich fassungslos. Niemand darf zur Arbeit gehen und fürchten müssen, am Ende der Schicht nicht gesund nach Hause zu kommen“, sagte Mast. „Wer in Zügen und Bahnhöfen für andere da ist, verdient selbst den bestmöglichen Schutz.“

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war der zunehmende Wettbewerb auf der Schiene. Die Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte machten deutlich, dass sie Wettbewerb befürworten, jedoch nur unter fairen Bedingungen. „Es kann nicht sein, dass der Wettbewerb nur auf den lukrativen Strecken stattfindet und die Bahn dann die weniger lukrativen Strecken fahren muss. Hier braucht es fairen Wettbewerb“, sagte Ingo Kratz von der EVG-Geschäftsstelle Karlsruhe. 

Zudem müsse sichergestellt werden, dass auch bei Wettbewerbern die deutschen Arbeitsschutzstandards eingehalten und Beschäftigte qualifiziert ausgebildet werden. „Am Ende geht es um die beste Qualität für die Fahrgäste – vom einheitlichen Ticketportal bis zur Geltendmachung der Fahrgastrechte“, ergänzte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Torsten Bachocz.

„Sicherheit darf keine Frage von Kostenplänen sein.“ Katja Mast, SPD-Bundestagsabgeordnete

Die Betriebsräte äußerten die Sorge, dass steigender Kostendruck zu Einsparungen im DB-Konzern führen könnte. Auch die Sicherheit der Beschäftigten bei konkurrierenden Unternehmen spielte eine wichtige Rolle. „Arbeitsbedingungen und verbindliche Sicherheitsstandards müssen für alle Unternehmen gelten. Das ist im Interesse der Beschäftigten und der Fahrgäste“, sagte Simon Koch von der EVG. Der Wettbewerb auf der Schiene müsse fair gestaltet werden.

Für Mast ist die Bahn nicht nur ein politisches Thema. Sie hat selbst bei der Deutschen Bahn gearbeitet, ist Mitglied der EVG und fährt regelmäßig mit dem Zug, auch nach Berlin. „Ich kenne die Bahn als ehemalige Beschäftigte und natürlich auch als häufig Reisende. Ich sehe, was die Kolleginnen und Kollegen frühmorgens, nachts und am Wochenende leisten. Sicherheit darf keine Frage von Kostenplänen sein.“

Auch die Betriebsrätin Peggy Winkler machte deutlich, dass Personalabbau und Sicherheit eng zusammenhängen: „Weniger Personal bedeutet weniger Unterstützung, weniger Entlastung und im Ernstfall weniger Schutz. Sicherheit braucht Menschen. Bodycams können dabei ein sinnvoller zusätzlicher Baustein sein. Sie ersetzen aber kein ausreichendes Personal.“

An dem Austausch nahmen Ingo Kratz und Simon Koch von der EVG, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des DB-Fernverkehrs-Wahlbetriebs Karlsruhe/Freiburg, Torsten Bachocz, sowie weitere Betriebsrätinnen und Betriebsräte teil.

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