Die Berliner EVG will auch in den kommenden Jahren politisch mitmischen. Das betonte zum Beginn der Ortsdelegiertenversammlung der Vorsitzende der Gewerkschaft in der Hauptstadt, Michael Bartl. Besonderes Augenmerk gelte den zurzeit laufenden Gesprächen zur Bildung eines neuen Senats an der Spree. Das Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl gebe den Verantwortlichen wenig Spielraum. Der Auftrag sei aber klar: Berlin brauche eine solide und handlungsfähige Landesregierung. Angesichts der großen Probleme der Stadt sei kein Platz und keine Zeit für politische Ränkespielchen. Das müsse allen klar sein. Die EVG werde auf einen sozial ausgewogenen Koalitionsvertrag pochen. Dazu gehöre ein Ende der Wohnungs- und Mietenkrise. Dazu gehörten auch abgesicherte Arbeitsplätze. Aber auch die Förderung des öffentlichen Personenverkehrs müsse vereinbart werden.
An der Ortsdelegiertenversammlung in der Berliner EVG Zentrale nahmen knapp 50 Delegierte und zahlreiche Gästen teil. So richteten Martin Burkert und Cosima Ingenschay, Vorsitzender und Stellvertretende Vorsitzende der Bundes – EVG ein Grußwort an die Teilnehmenden. Diese diskutierten über die anstehenden Aufgaben, aber auch über die Arbeit des Vorstands in den zurückliegenden fünf Jahren. Raum nahm dabei die unsägliche Ausschreibung von Teilen des Berliner S-Bahn-Netzes ein. Dieses Vorgehen der damaligen Landesregierung habe Nerven, aber vor allem viel Geld gekostet, stellten die Teilnehmer der Konferenz fest. Einen Mehrwert habe diese Ausschreibung nicht gebracht, schon gar nicht für Beschäftigte und Fahrgäste. Wettbewerb um des Wettbewerbs willen sei sinnlos, hieß es.
35 Jahre gibt es den Ortsverband Berlin inzwischen. In dieser Zeit wurden verschiedene dicke politische Bretter gebohrt aber auch wie z.B. beim Familienfest in diesem Jahr in der Wuhlheide. Immer wieder mussten die Verantwortlichen der EVG in Berlin Zähne zeigen, um den Auftrag der Gewerkschaft zu untermauern. Manchem Manager oder Politiker mag das nicht geschmeckt haben. Der OV Berlin steht auf festen Füßen, die Mitgliederentwicklung ist stabil, die Finanzen solide ausgestaltet und auf die Zukunft ausgerichtet. So entlasteten die Delegierten den amtierenden Vorstand und wählten im Anschluss die 13 im Berufsleben stehenden Mitglieder des Ortsverbandsvorvorstandes für die kommenden fünf Jahre. Der Vorstand wird dann durch die Vertreterinnen und Vertreter der Personengruppen Jugend, Frauen und Senioren ergänzt und beginnt nach der Konstituierung seine Arbeit.
Ebenso wurden Delegierte für die im Februar 2027 nach der Satzungsänderung erstmalig stattfindende Landeskonferenz gewählt.
Allen Gewählten gratulieren wir und wünschen viel Erfolg bei der Arbeit für unsere EVG Berlin. Und Dank an die ausgeschiedenen Mitglieder des Ortsverbandsvorstandes für ihre Arbeit in den letzten 5 Jahren.
Dank gilt ebenso der Kolleginnen und Kollegen der Geschäftsstelle für die Organisation und Unterstützung der Versammlung.
