Die EVG ruft daher am Donnerstag, 23. April 2026, deutschlandweit zu einem ersten Warnstreik auf. Vossloh ist als Bahninfrastrukturunternehmen von entscheidender Bedeutung bei den aktuellen Sanierungsmaßnahmen im Schienenverkehr. Durch den Streik sind Verzögerungen bei laufenden Sanierungsmaßnahmen zu erwarten.
Warnstreik bei Vossloh - Auswirkungen auf Bahnsanierung
In den Tarifverhandlungen mit Vossloh Rail Services Deutschland GmbH hat der Arbeitgeber nach drei Verhandlungsrunden noch immer kein akzeptables Gesamtangebot vorgelegt.

Hintergrundinformationen
1883 wurde der Schmied Eduard Vossloh von der Königlich Preußischen Eisenbahn beauftragt, Federringe für die Befestigung von Schienen herzustellen. Damit war der Grundsteine für ein Unternehmen gelegt, das heute - unter anderem - als eines der weltweit führenden von Schienenbefestigungssystemen gilt. Entscheidend dafür war das Jahr 1967. Da wurde die elastische Spannklemme zur Schienenbefestigung entwickelt.
In Deutschland beschäftigt Vossloh rund 250 Mitarbeitende. In den Werken Leipzig und Nürnberg werden vorwiegend Schienen nach Kundenwunsch auf die beauftragten Längen verschweißt, gepresst, gefräst und geschliffen. In Hamburg werden Schleifsteine wieder aufgearbeitet. Eine - trotz Maschinen - harte körperliche Arbeit.
In Bützow haben die mobilen Einheiten ihren offiziellen Sitz, die unter anderem mit gewaltigen Maschinen vor Ort alte Schienen entfernen und nahezu zeitgleich neue verlegen. Die Schienentransportlogistik, die dafür sorgt, dass alles benötigte Material rechtzeitig vor Ort ist, wird von Hannover aus verantwortet.
Die EVG ist in allen sechs Standorten gut vertreten; der Organisationsgrad ist hoch - und damit auch die Streikbereitschaft. Sollte die dritte Verhandlungsrunde am Dienstag, 21.4.2026, zu keinem Ergebnis führen, können Arbeitskämpfe nicht mehr ausgeschlossen werden. Er wäre das erste Mal, dass die Kolleginnen und Kollegen an den Vossloh-Standorten in Deutschland streiken würden.
Die Auswirkungen dürften spürbar sein, da Vossloh in vielen Sanierungsmaßnahmen eingebunden ist und „just in time“ liefert. So lieferte Vossloh für die 193 Kilometer lange Strecke zwischen Hamburg und Berlin insgesamt 400.000 Meter Schiene, die in den Werken Hamburg und Nürnberg maßgenau vorkonfektioniert worden waren. 34 Langschienentransporteinheiten brachten die bis zu 180 Meter langen Schienen zu den Baustellen. Auch bei der Sanierung der Riedbahn war Vossloh eng eingebunden.
In der aktuellen Tarifrunde hat die EVG bereits zweimal mit dem Arbeitgeber verhandelt. Nach einer vielversprechenden Auftaktrunde am 12.2.2026 kamen die Verhandlungen in der zweiten Runde, am 26.2.2026 ins Stocken. Am Dienstag, den 21.4.2026, fand in Fulda die dritte Verhandlungsrunde statt. Die Arbeitgeber hatten dort 2x 3,5% mehr Geld bei einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten, die EVG 2x 6% Prozent auf zwei Jahre gefordert. Daraufhin hatten die Arbeitgeber die Verhandlungen unterbrochen und waren abgereist.
Die EVG erwartet, dass die Arbeitgeber ihr Angebot verbessern, da das jetzige Volumen nicht ausreichend ist. Wir sind weiterhin verhandlungsbereit und machen mit einem Warnstreik deutlich, dass es uns ernst mit unseren Forderungen ist.
Die EVG fordert für ihre bei Vossloh beschäftigten Mitarbeitenden unter anderem
- der Tabellenentgelte um 12 %.
- Einführung eines tariflichen Zusatzgelds „EVG-ZUG“
- Einführung eines modernen Langzeitkontos.
- Überarbeitung der Zulagen.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte die EVG die Beschäftigten in der vergangenen Woche zu einer großen Lärmaktion aufgerufen. Ein Videozusammenschnitt der verschiedenen Aktionen soll zu Beginn der nächsten Verhandlung dem Arbeitgeber gezeigt werden. Zuvor hatte es unter anderem Betriebsbesuche, Unterschriftenaktionen und Tarifaktionen gegeben, bei denen die Beschäftigten noch einmal explizit nach ihren persönlich wichtigsten Forderungen gefragt wurden.






