Seit Ende Oktober 2025 führt die EVG Tarifverhandlungen mit dem Unternehmen. Vier Verhandlungsrunden haben bislang stattgefunden, ein abschlussfähiges Ergebnis steht jedoch weiterhin aus. „Das zeigt uns, wie wenig der Arbeitgeber die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen wertschätzt“, betonte Enrico Seeher, Vorsitzender der Betriebsgruppe und Mitglied der Tarifkommission. Mit dem dreistündigen Warnstreik wolle man ein erstes deutliches Zeichen setzen und zeigen, dass man Druck aufbauen könne, wenn sich am Verhandlungstisch nichts bewege.
„Das zeigt uns, wie wenig der Arbeitgeber die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen wertschätzt.“ Enrico Seeher, Vorsitzender der Betriebsgruppe und Mitglied der Tarifkommission.
Die EVG fordert für die Beschäftigten der Gleisbaumechanik Brandenburg eine Erhöhung der Monatstabellenentgelte um 250 Euro sowie eine Vereinbarung zum individuellen EVG-Wahlmodell. Dieses sieht vor, dass die Beschäftigten zwischen einer Entgelterhöhung von 1,3 Prozent, einer Arbeitszeitverkürzung oder drei zusätzlichen Urlaubstagen wählen können. Darüber hinaus sollen Zulagen moderat angehoben und die Ausbildungsvergütung um 125 Euro erhöht werden. Nach Auffassung der EVG sind diese Forderungen für ein Unternehmen mit solider Auftragslage, das kontinuierlich neue Mitarbeitende einstellt, umsetzbar.
„Die Beschäftigten der Gleisbaumechanik Brandenburg/H. GmbH warten bereits seit Oktober 2025 auf einen Tarifabschluss, der ihren berechtigten Forderungen gerecht wird. In bislang vier Verhandlungsrunden hat der Arbeitgeber kein abschlussfähiges Angebot vorgelegt. Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht länger bereit, diese Hinhaltetaktik hinzunehmen. Mit dem heutigen Warnstreik erhöhen sie den Druck und machen deutlich, dass sie entschlossen sind für ihre Forderungen einzustehen. Der Arbeitgeber ist nun aufgefordert, dieses Signal ernst zu nehmen und endlich konstruktive Lösungen vorzulegen.“ Frank Skorzus, EVG-Vorstandsmitglied
Entsprechend groß war die Resonanz auf den Warnstreikaufruf. Von den rund 200 Beschäftigten versammelten sich mehr als 70 Kolleginnen und Kollegen – darunter auch Nichtorganisierte – am Mittwoch von 12 bis 15 Uhr vor dem Werkstor, um den berechtigten Forderungen der EVG Nachdruck zu verleihen. Alle trugen rote Warnwesten mit der Aufschrift „Warnstreik“ - ein imposantes Bild. Zudem beteiligten sich auch einzelne Teams aus dem Außendienst am Arbeitskampf.
Zum Abschluss machte Crispin Kallinger deutlich: „Wenn nötig, kommen wir wieder.“ Nun liege es am Arbeitgeber, ein verbessertes Angebot vorzulegen. Dann sei die EVG auch bereit, die Verhandlungen fortzusetzen.
Zum Unternehmen
Das Unternehmen Gleisbaumechanik Brandenburg (GBM) hat sich auf den Bau, die Revision und die Reparatur von Schienenfahrzeugen spezialisiert, die bei der Sanierung, aber auch beim Neubau von Schienenstrecken eingesetzt werden. Das Einsatzspektrum reicht dabei vom Einbringen des Schotters, dem Verlegen der Schienen bis hin zum Oberleitungsbau. Die Beschäftigte kommen aus verschiedenen Handwerkerberufen, dazu zählen unter anderem Schlosser, Elektriker und Mechatroniker, aber auch Lager- und Servicemitarbeiter.




