Tag der Schiene: Vom Schrumpf- zum Wachstumskurs

Über 300 Veranstaltungen bundesweit haben gezeigt: Die Schiene kann was. Wenn man sie denn lässt.

Ein Schild zum „Tag der Schiene 2026“ ist neben dem Logo der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf einem Informationsstand zu sehen. Das Bild zeigt einen nahen Ausschnitt eines Standes oder einer Präsentationsfläche. Im Vordergrund befindet sich ein großes Schild mit der Aufschrift „TAG DER SCHIENE 2026“. Daneben ist das blau-rote Logo der EVG zu sehen. Beide Elemente nehmen den größten Teil des Bildes ein.

Am vergangenen Wochenende hieß es wieder: Wir feiern die Schiene, ihre Stärken, ihre Potenziale, ihre Perspektiven. Im vierten Jahr seines Bestehens hat sich der „Tag der Schiene“, der von der Allianz pro Schiene initiiert worden ist, fest etabliert. 

Bahnhofsfeste, Tage der Offenen Tür, Baustellenführungen, Konzerte, Lesungen: in fast 350 Veranstaltungen boten Unternehmen aus dem Eisenbahnbereich Blicke hinter die Kulissen der Bahnwelt, einer Welt, die immer noch viele Menschen fasziniert. Rund 100.000 Menschen nahmen bundesweit an den Veranstaltungen teil. Auch die Eisenbahn- und Verkehrs-gewerkschaft war dabei, u.a. mit Infoständen in Nürnberg und Kassel.

„Am Tag der Schiene haben alle gemeinsam gezeigt, dass die Eisenbahn viel mehr ist als ein Verkehrsmittel“, bilanzierte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Die Eisenbahn begeistert Menschen in jedem Alter, sie ist Kultur, sie ist Geschichte – und vor allem ist sie das Mittel der Wahl für unsere umweltfreundliche Mobilität der Zukunft. Die Schiene ist eine Wachstumsbranche, sie ist innovativ und sie kann noch viel, viel mehr, wenn politisch die richtigen Weichen gestellt werden. Diese Botschaft haben wir am Tag der Schiene in die ganze Republik gesendet.“

Ein Aspekt dabei ist natürlich die Arbeit bei den Bahnen, die Arbeitsbedingungen, die Entwicklung der Berufsbilder, und natürlich die Bezahlung. Das ist das ureigenste Thema der Gewerkschaften und natürlich ging es zentral darum an den Infoständen der EVG. In Nürnberg nahmen rund 2000 Menschen an der Infoveranstaltung mit dem EVG-Vorsitzenden Martin Burkert teil. Martin thematisierte hierbei aber auch die politischen Rahmenbedingungen des Verkehrsträgers, insbesondere die nicht auskömmliche Finanzierung und daraus resultierend die  Vernachlässigung der Infrastruktur. 

Martin wies darauf hin, dass jeden Tag eine Milliarde Euro für den Erhalt der Verkehrs-Infrastruktur gebraucht werde, also für Schiene, Straßen, Binnenschifffahrt. Alleine die Schiene benötige 150 Milliarden Euro, „nur um nicht weiter zu altern: von Verjüngung rede ich da noch gar nicht.“ Aus dem 500-milliarden-Euro-Sondervermögen des Bundes sollen 100 Milliarden in die Schiene fließen, „doch das reicht nicht, denn die Schiene in Deutschland ist über viele Jahre kaputtgespart worden.“

Wie Martin hatte auch Dirk Flege bei der offiziellen Auftaktveranstaltung in Freilassing eine Schubumkehr gefordert. Die Menschen, so Dirk Flege, „wollen Bahn fahren. Dem jahrelangen Schrumpfkurs muss jetzt eine Wachstumsoffensive folgen.“

„Die Schiene ist eine echte Wachstumsbranche“, ergänzte der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger in seiner Grußbotschaft während der Eröffnungsveranstaltung. „Danke an alle, die die Schiene mit ihrem Engagement und ihrer Begeisterung stark machen. Nicht nur an diesem Wochenende, sondern jeden Tag im Jahr.“

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