Tag der älteren Menschen: Ein gutes Leben im Alter braucht einen starken Sozialstaat

„Ja zum Alter“: Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am 1. Oktober hat die EVG mehr soziale Sicherheit, Teilhabe und Respekt für ältere Menschen gefordert.

Gruppe von etwa 13 Personen steht und sitzt im Freien auf einem Weg zwischen Bäumen. Mehrere Personen halten rote Plakate mit der Aufschrift „JA ZUM ALTER“ und darunter „1.10. ist Weltaltentag“. Unten auf den Plakaten ist das Logo „EVG“ sichtbar. Im Vordergrund sitzt eine Person mit einem Plakat, weitere Personen stehen dahinter mit weiteren Plakaten. Im Hintergrund sind Bäume, Grünflächen und ein kleines Gebäude zu sehen.

„Ein starker Sozialstaat ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen auch im Alter sozial abgesichert und selbstbestimmt leben können“, erklärt die stellvertretende EVG-Vorsitzende Cosima Ingenschay. „Wer ein Leben lang gearbeitet, Beiträge gezahlt und unsere Gesellschaft mit aufgebaut hat, darf im Alter nicht die Folgen des Sozialabbaus tragen.“ Wenn bei Rente, Pflege, Gesundheit und Wohnen gespart wird, kommen die Folgen auch gerade bei denen an, die im Alter auf Sicherheit angewiesen sind.

Rente muss zum Leben reichen
Viele Beschäftigte haben jahrzehntelang gearbeitet, teilweise 45 Jahre und länger. Gerade bei der Eisenbahn gehören Schicht-, Wechsel-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit für viele zum Berufsalltag.

„Ganz ehrlich: Wer jahrzehntelang im Schichtdienst gearbeitet hat, kann nicht einfach so behandelt werden, als ließe sich das Arbeitsleben beliebig verlängern“, so Ingenschay. „Wir brauchen eine starke gesetzliche Rente.“

Die EVG fordert ein Rentenniveau von mindestens 50 Prozent. Das Rentenalter darf nicht weiter angehoben werden. Gleichzeitig braucht es eine stärkere betriebliche Altersvorsorge.

Pflege darf kein Armutsrisiko werden
Bei der Pflege darf die Verantwortung nicht immer stärker auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen verlagert werden. Steigende Eigenanteile können schnell zur existenziellen Belastung werden.

„Wer pflegebedürftig wird, darf nicht vor der Frage stehen, ob er sich die notwendige Versorgung überhaupt leisten kann“, betont Ingenschay. „Pflege darf kein Armutsrisiko werden. Sie muss solidarisch und verlässlich finanziert werden.“

Teilhabe kennt kein Alter
Ein gutes Leben im Alter bedeutet mehr als finanzielle Sicherheit. Es bedeutet auch, mobil zu sein, zum Arzt zu kommen, Familie und Freunde zu besuchen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. „Teilhabe darf nicht vom Alter oder vom Geldbeutel abhängen“, sagt Annegret Pawlitz, Vorsitzende der Bundesseniorenleitung. „Wenn der Fahrkartenschalter verschwindet und eine Fahrkarte nur noch über eine App erhältlich ist, ist das für manche Menschen keine Vereinfachung, sondern eine Barriere. Wir brauchen deshalb beides: digitale Möglichkeiten und verlässliche analoge Alternativen.“

Die EVG wendet sich zugleich gegen Altersdiskriminierung. „Lebenserfahrung ist kein Hindernis. Sie ist ein Schatz“, so Pawlitz. „Unsere Seniorinnen und Senioren engagieren sich in der Gewerkschaft, in der Familie und in der Gesellschaft. Sie stehen für ihre Interessen ein und mischen sich ein.“

Auch am 26. September, beim bundesweiten DGB-Aktionstag, gingen zahlreiche EVG-Seniorinnen und -Senioren gemeinsam mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen auf die Straße und traten selbstbewusst für ihre Interessen und einen starken Sozialstaat ein.

Deshalb sagt die EVG zum Internationalen Tag der älteren Menschen: Ja zum Alter  und Ja für einen starken Sozialstaat, der soziale Sicherheit schafft, Teilhabe ermöglicht und ein selbstbestimmtes Leben im Alter gewährleistet.

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