Die Veranstaltung teilte sich in ein zentrales Bühnenprogramm im Medientheater und begleitende Fachausstellungen im Foyer auf.
- Eröffnung: Die Veranstaltung wurde um 10:00 Uhr offiziell durch Dr. Frank Mentrup (Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe und Vorsitzender des Karlsruher Forums) sowie Alistair Hudson (wissenschaftlich-künstlerischer Vorstand am ZKM) eröffnet.
- Wissenschaftliche Einordnung und anschließende Diskussion: Den ersten inhaltlichen Schwerpunkt legte ab 10:15 Uhr Prof. Dr. Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und Professorin an der Universität Mainz. In ihrem Fachvortrag „Der demografische Wandel in Deutschland – vielfältige Herausforderungen auch für die Bildungs- und Familienpolitik“ beleuchtete sie die strukturellen Notwendigkeiten einer modernisierten Familienpolitik.
Direkt im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer lebhaften Diskussion im Plenum: Manuel Amberger, Vorsitzender des Landesverbandes, meldete sich hierbei mit deutlicher Kritik zu Wort. Er schilderte die akuten Belastungen für berufstätige Mütter im städtischen Raum. Selbst ein vorhandener Kitaplatz garantiere durch personelle Ausfälle keine verlässliche Betreuung mehr, da Eltern phasenweise aufgefordert würden, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Die daraus resultierenden Fehlzeiten führten dazu, dass Betroffene den Anforderungen von Arbeitgebern kaum noch gerecht werden könnten, was den Joberhalt oder die Arbeitssuche im Niedriglohnsektor finanziell und organisatorisch unmöglich mache. Amberger kritisierte zudem unzureichende Arbeitsbedingungen im Erziehungssektor sowie lokale Sparmaßnahmen der Stadt wie die Abschaffung des Geschwisterbonus in Karlsruhe und das Streichen von Geldern für Spielplätze und Schwimmbäder. Er verwies auf das beitragsfreie System im benachbarten Rheinland-Pfalz als Vorbild. - Literarischer Impuls: Um 11:15 Uhr folgte eine Lesung von Dr. Sonja Hermeneit (Medical Director, Spirit Link GmbH), die mit ihrem Beitrag „Alle drei Jahre in eine neue Berufswelt – Vision oder Alptraum?“ einen kritischen Blick auf die Zukunft der Arbeitswelt warf.
- Markt der Möglichkeiten: Ab 11:30 Uhr startete das interaktive Forum „Sechs Impulse für ein gutes Morgen“, moderiert von Dr. Dana Mahr (KIT-ITAS). Parallel dazu luden verschiedene Initiativen an interaktiven Stationen im Foyer zum Austausch ein. Die Stiftung Kraft-Netz stellte ihr Projekt „Schwätzbänkle“ („Erzähle mir was! Frag mich was!“) gegen Einsamkeit im Alter vor. Die Stadt präsentierte das „Ingetrierte Stadtentwicklungskonzept – Karlsruhe 2040“ zur Bürgerbeteiligung und die Initiative „team Karlsruhe barrierefrei“ wurde im Foyer mit dem Inklusion Plus Award gewürdigt.
Die Veranstaltung ging um 12:30 Uhr in eine ausgiebige Mittagspause über, die intensiv für den direkten Austausch an den Informationsständen des „Markts der Möglichkeiten“ genutzt wurde. Die bis dahin geführten Debatten machten unmissverständlich deutlich, dass eine zukunftsfähige Stadtplanung und der demografische Wandel zwingend mit verlässlichen Betreuungsstrukturen, fairer Arbeit und nachhaltiger Familienförderung verknüpft sein müssen.



