SVP-Wahlen Inklusion ganz praktisch

Auch die Vertrauenspersonen der Schwerbehinderten (SVP) werden im Oktober neu gewählt. Ein Beispiel für die Arbeit der Schwerbehindertenvertrauenspersonen hat Holger Kreutzer aufgeschrieben. Er ist SVP und Betriebsratsmitglied im Wahlbetrieb Zentrale der DB Fahrzeuginstandhaltung.

echs Personen vor dem Eingangsbereich eines Gebäudes mit Glasfassade. Fünf Personen stehen, eine Person sitzt in einem Rollstuhl im Vordergrund. Alle tragen Jacken oder Mäntel. Im Hintergrund sind Glastüren, Fenster und Spiegelungen von Gebäuden zu sehen.

Aus persönlicher Sicht berichtet er, wie ein konkreter Hinweis eines Kollegen zu einem erfolgreichen, barrierefreien Umbau geführt hat – und warum engagierte Interessenvertretung unverzichtbar ist.

Ein Hindernis im Arbeitsalltag 
Im Frühjahr 2024 kam ein Kollege, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, auf mich zu. Er schilderte, dass es ihm nicht möglich sei, das Casino der DB Gastronomie in den Adlerwerken selbstständig zu betreten. Der Zugang vom Innenhof aus war ausschließlich über eine Drehtür möglich – ein unüberwindbares Hindernis für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Damit war die Nutzung des gastronomischen Angebots nur mit fremder Hilfe oder Begleitung möglich – ein klarer Widerspruch zu den Zielen von Teilhabe und Inklusion. 
Interessenvertretung handelt 
Als Schwerbehindertenvertretung haben wir diesen Zustand nicht hingenommen. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber wurde das zuständige Integrationsamt in Wiesbaden eingebunden. Zudem luden wir alle relevanten Akteur:innen zu einem gemeinsamen Besichtigungstermin ein: Vertreter:innen des Gastroausschusses, ortsansässige Betriebsräte sowie weitere Schwerbehindertenvertrauenspersonen.

Vor Ort wurde in Abstimmung mit dem technischen Fachdienst des Integrationsamtes ein Protokoll erstellt, das die notwendigen baulichen Maßnahmen festhielt. Auf dieser Grundlage beauftragte DB Immobilien die Umsetzung. Damit war der Startschuss für einen echten Fortschritt in Sachen Barrierefreiheit gefallen. 

Konkret wurden: 

  • die beiden Türen am Haupteingang neben der Drehtür mit Automatiköffnungen ausgestattet,
  • zusätzlich eine weitere, regelmäßig genutzte Ausgangstür auf der gegenüberliegenden Seite des Casinos entsprechend umgebaut.

Ergebnis: Selbstständigkeit statt Ausgrenzung! 
Am 2. Dezember 2025 fand die Endabnahme der Umbaumaßnahmen statt. Alle Beteiligten konnten sich vom erfolgreichen Ergebnis überzeugen: Der Zugang zum Casino ist nun barrierefrei. Unser betroffener Kollege kann das gastronomische Angebot endlich selbstständig und ohne fremde Hilfe nutzen – ein großer Gewinn an Selbstbestimmung und Teilhabe. 

Mitbestimmung macht den Unterschied 
Dieses Beispiel zeigt deutlich: Schwerbehindertenvertretung wirkt. Wenn Beschäftigte ihre Interessenvertreter:innen ansprechen, wenn Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung, Arbeitgeber und externe Stellen zusammen - arbeiten, können konkrete Verbesserungen erreicht werden. Inklusion ist keine abstrakte Idee, sondern eine gemeinsame Aufgabe im betrieblichen Alltag. Sie beginnt dort, wo Barrieren erkannt und konsequent beseitigt werden. Oder anders gesagt: Nur gemeinsam können wir Barrieren überwinden – und nur mit starken betrieblichen Interessenvertretungen wird Inklusion Realität.

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