Starke Gewerkschaften und Betriebsräte sind das Rückgrat guter Arbeit

Zum Tag der Arbeit konnte der Vorsitzende des EVG-Ortsverbandes Köln, Kalli Wenzel, zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus den Eisenbahnbetrieben und Dienststellen begrüßen. Auch viele Seniorinnen und Senioren nahmen an der Veranstaltung teil und setzten damit ein deutliches Zeichen gelebter Solidarität zwischen den Generationen.

Straßenszene unter einer Brücke mit einer großen Gruppe gehender Personen, die ein breites rotes Banner tragen. Auf dem Banner steht: „1. Mai 2026 in Köln“, „Jetzt erst recht!“, „Mensch vor Marge“ und „DGB“. Weitere Schilder und Fahnen sind im Hintergrund zu sehen, darunter ein Schild mit der Aufschrift „Zukunft sichern statt Sozialstaat schwächen. Stoppt den KAHLSCHLAG“.

Köln

Mit Blick auf die in der folgenden Woche stattfindenden Betriebsratswahlen bei der Deutschen Bahn machte Wenzel in seiner Ansprache deutlich, wie unverzichtbar starke betriebliche Interessenvertretungen gerade in herausfordernden Zeiten sind. „Nur eine starke Arbeitnehmervertretung mit engagierten EVG-Betriebsrätinnen und Betriebsräten kann den aktuellen Herausforderungen in den Eisenbahnverkehrsunternehmen wirksam begegnen“, betonte er.

Die Beschäftigten stünden zunehmend unter Druck: Arbeitsplätze seien gefährdet, Standorte würden verlagert und soziale Sicherheit infrage gestellt. Gleichzeitig nähmen die Anforderungen an die Belegschaften stetig zu. Längere Arbeitszeiten, steigende Leistungsanforderungen und höhere Belastungen bei wachsendem Kostendruck gehörten für viele Kolleginnen und Kollegen längst zum Alltag. Für die EVG ist klar: Diese Entwicklung darf nicht widerspruchslos hingenommen werden.

„Erst unsere Jobs, dann eure Profite – sichere Arbeit und gute Perspektiven“, lautete die klare Botschaft des Ortsverbandsvorsitzenden. Nicht die Beschäftigten trügen die Verantwortung für wirtschaftliche Krisen, unternehmerische Fehlentscheidungen oder jahrelang unterlassene Investitionen. Vielmehr seien es die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Tag für Tag dafür sorgten, dass der Eisenbahnbetrieb funktioniere und Mobilität in Deutschland gewährleistet bleibe.

Entsprechend forderte die EVG die Arbeitgeber auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden: durch Investitionen in die Zukunft, durch die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie durch ein klares Bekenntnis zu den Standorten und den dort arbeitenden Menschen.

Deutliche Worte fand auch Inna Lorenz, EVG-Betriebsrätin bei DB Fernverkehr. „Seifenblasen stehen 2026 für Zukunftsbilder – doch Sicherheit im Zug darf kein schönes Bild ohne Substanz sein. Ohne mehr Personal, klare Abläufe und verlässliche Unterstützung bleibt Sicherheit ein Versprechen, das im Alltag nicht trägt. Beschäftigte und Fahrgäste haben Anspruch auf Schutz, Verlässlichkeit und klare Entscheidungen“, sagte sie.

Klar positionierte sich Wenzel zudem gegen Angriffe auf bestehende Arbeitnehmerrechte. „Erst unsere Gesundheit, dann eure Profite – Hände weg vom 8-Stunden-Tag, Hände weg vom Arbeitszeitgesetz“, forderte er. Das Arbeitszeitgesetz sei eine zentrale soziale Errungenschaft der Arbeiterbewegung und garantiere Gesundheitsschutz, Planbarkeit und ein menschenwürdiges Arbeitsleben. Eine Aufweichung dieser Schutzrechte komme für die EVG nicht infrage.

Auch beim Thema soziale Absicherung bezog der Ortsverband eindeutig Stellung. Eine starke gesetzliche Rente, verlässliche soziale Sicherungssysteme und eine gute Gesundheitsversorgung seien keine Luxusgüter, sondern Grundpfeiler einer solidarischen Gesellschaft. „Erst unsere Sicherheit, dann eure Profite“, unterstrich Wenzel. Wer ein Leben lang arbeite, müsse im Alter in Würde und Sicherheit leben können. Gleiches gelte für ein Gesundheitssystem, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiere und nicht an Renditeerwartungen.

Darüber hinaus verwies die EVG auf die steigenden finanziellen Belastungen vieler Beschäftigter. Hohe Mieten, steigende Energiepreise und teurer werdende Lebensmittel führten dazu, dass selbst Vollzeitbeschäftigte zunehmend an ihre Grenzen kämen. „Erst unser bezahlbares Leben, dann eure Profite – Schluss mit der Abzocke“, lautete eine weitere zentrale Forderung. Gute Arbeit müsse auch ein gutes und bezahlbares Leben ermöglichen.

Zum Abschluss machte Kalli Wenzel deutlich, dass der Tag der Arbeit weit mehr sei als ein traditioneller Feiertag. Er stehe für Zusammenhalt, Solidarität, Widerstand sowie den Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit. „Wir stehen gemeinsam für unsere Rechte, für unsere Würde und für eine gerechte Gesellschaft. Wir machen uns stark für sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen, starke Mitbestimmung und eine lebendige Demokratie“, so Wenzel.
Die zentrale Botschaft des Tages war unmissverständlich: Nur mit starken Gewerkschaften und starken betrieblichen Interessenvertretungen lassen sich die Interessen der Beschäftigten wirksam verteidigen und die Arbeitswelt von morgen gerecht gestalten.

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