In ihrem hochinteressanten Vortrag begann Erika Albers mit der Entwicklung der Gewerkschaften bei den Eisenbahnern. Die eigentlichen Anfänge reichen bis ins Jahr 1897 und erstreckten sich bis zum Ersten Weltkrieg. Die Arbeitsbedingungen waren damals hart: Tagesverdienste von 1,83 bis 2,83 Mark, Zwölf-Stunden-Schichten sowie kein Lohn bei schlechtem Wetter, Krankheit oder Unfall prägten den Alltag.
Im Juli 1916 wurde der Deutsche Eisenbahner-Verband (DEV) gegründet. Wichtige Meilensteine folgten: 1920 wurden das Betriebsrätegesetz sowie der erste Reichsbahntarifvertrag beschlossen. Am 2. Mai 1933 kam es zur Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand am 25. März 1948 die GdED, gefolgt von der Gründung der GDBA am 22. Mai 1948. Einen tiefgreifenden Wandel brachte die Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994. Aus der GdED wurde 2001 die Transnet, bevor am 30. November 2010 aus dem Zusammenschluss von Transnet und GDBA die EVG hervorging – um nur einige zentrale Meilensteine zu nennen.
Gerade die Entwicklungen der vergangenen Jahre waren vielen Teilnehmenden noch gut in Erinnerung. In der anschließenden Diskussion wurde auch die aktuelle Debatte um den Sozialstaat mit der historischen Entwicklung in Verbindung gebracht.
Mit großem Applaus und in angeregten Gesprächen verabschiedeten die Teilnehmenden am späten Nachmittag die Kollegin Erika Albers auf ihre Rückreise nach Berlin.
Seniorentreff Hamm–Bielefeld: Einblick in die Geschichte der Gewerkschaften
Für den Monat Juli 2026 hatte sich der Seniorentreff Hamm–Bielefeld das Thema „Entstehung der Gewerkschaften in Deutschland, insbesondere der EVG“ gewählt. Es lag daher nahe, die Kollegin Erika Albers als Referentin einzuladen.
