Ruhrpott-Rebellion: Beschäftigte machen Druck: 1.500 demonstrieren für soziale Gerechtigkeit in Dortmund

Unter dem Motto „Hände weg von unserem Sozialstaat!“ sind rund 1.500 Beschäftigte, Betriebsrätinnen und Betriebsräte, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie zahlreiche gesellschaftliche Bündnisse dem Aufruf der IG Metall NRW gefolgt und haben sich in Dortmund an der Ruhrpott-Rebellion, einer ruhrgebietsweiten Protestaktion für soziale Gerechtigkeit und Arbeitnehmerrechte, beteiligt.

Große Menschenmenge im Freien vor einem Gebäude mit der Beschriftung „DB Hauptbahnhof“. Viele Personen halten rote Fahnen und Banner mit weißem Schriftzug „EVG“. Im Vordergrund stehen weitere Personen auf einer Treppe und schauen auf die Versammlung. Mehrere Zelte, darunter rote Pavillons, sind zwischen der Menge aufgebaut. Rechts stehen ein Fahrzeug und ein Imbissbereich. Blauer Himmel und sonnige Beleuchtung.

Gemeinsam setzten sie ein deutliches Zeichen gegen Sozialabbau und Angriffe auf Arbeitnehmerrechte. Unmissverständlich machten alle Beteiligten klar, dass die Folgen wirtschaftlicher Krisen nicht auf die Beschäftigten abgewälzt werden dürfen.

Auch die EVG war mit einer Delegation aus den Organisationsbereichen der Geschäftsstellen Dortmund und Hamm vertreten. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen sowie engagierte Betriebsrätinnen und Betriebsräte machten deutlich, dass gute Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und soziale Sicherheit nur gemeinsam verteidigt werden können.

In vielen Betrieben nehmen der Druck und die Belastungen für die Beschäftigten spürbar zu. Stellenabbau, Arbeitsverdichtung und steigender Kostendruck führen zunehmend zu Erschöpfung, Frustration und Demotivation. Gleichzeitig werden aus Teilen der Politik Forderungen nach längeren Arbeitszeiten, einem höheren Renteneintrittsalter sowie Einschnitten beim Sozialstaat laut. Auch grundlegende Arbeitnehmerrechte wie der Achtstundentag oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geraten immer wieder in die Diskussion.

Sebastian Bitterwolf, Geschäftsstellenleiter der EVG Dortmund, machte die Position der EVG deutlich: „An unseren hart erkämpften Rechten wird nicht gerüttelt. Wer täglich den Laden am Laufen hält, verdient Respekt, gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit.“

Auch Sabine Kauer, Geschäftsstellenleiterin der EVG Hamm, kritisierte die aktuellen Entwicklungen scharf. Arbeitgeber würden Krisen immer wieder mit Stellenabbau, Arbeitsverdichtung und der Verlagerung wirtschaftlicher Risiken auf die Beschäftigten beantworten. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation bei DB Cargo und im Werk Paderborn der DB Fahrzeuginstandhaltung sei ein starkes gemeinsames Signal notwendig gewesen.

Der Demonstrationszug führte vom Platz der Deutschen Einheit über den Dortmunder Wall zurück zum Ausgangspunkt. Beim anschließenden Bühnenprogramm sorgten das Musikkollektiv „Atemgold 09“ und Kabarettist Martin Kaysh für musikalische und politische Impulse.

Für Andreas Becher, Betriebsgruppenvorsitzender der EVG bei der DB Fernverkehr AG am Standort Dortmund/Münster, steht fest: „Wir werden nicht zulassen, dass Beschäftigte für Krisen verantwortlich gemacht oder gegeneinander ausgespielt werden. Gute Arbeit braucht Respekt, faire Arbeitsbedingungen und einen starken Sozialstaat. Dafür stehen wir ein – im Betrieb, am Verhandlungstisch und auf der Straße.“

Ruhrpott-Rebellion: https://ruhrpottrebellion.org

 

zurück