Mit dabei u.a. die DB-Chefin Evelyn Palla, der Vorstandsvorsitzende von DB Cargo und Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange, Arbeits-Staatssekretärin Katja Mast, die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner sowie Spitzenvertreter mehrerer Eisenbahn-Verkehrsunternehmen. Vor rund 250 Besucher:innen griff Martin Burkert in seiner Rede die aktuellen Themen der EVG auf, allen voran das Thema Sicherheit. „Es hört nicht auf. Es hört einfach nicht auf. Gewalt in Bahnen und Bussen ist längst zum Alltag geworden. Das zeigen auch die Ergebnisse unserer aktuellen EVG-Sicherheitsumfrage.“
Demnach denkt knapp ein Drittel der Beschäftigten aufgrund der steigenden Aggressivität darüber nach, den Beruf zu wechseln. Jede:r Zweite hat mittlerweile einen körperlichen Angriff erleben müssen. Viele gehen mit Angst zur Arbeit. „Bestürzung reicht nicht“, so Burkert. „Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen Unterstützung.“ Er untermauerte die Forderungen der EVG: Bodycams mit Tonaufzeichnung, zusätzliche Sicherheitskräfte, mehr Bundespolizei, geschlossene Fahrerkabinen in Bussen -vor allem aber die Doppelbesetzung. „Niemand sollte im Kundenkontakt allein arbeiten müssen.“ Zwar findet diese Forderung Zustimmung in der Politik, doch wie sieht die Praxis aus? Leider immer noch so, dass Billig-Ausschreibungen laufen mit gerade mal einer 30-%-Zugbegleiter-Quote – wie aktuell zum Beispiel beim Regionalverkehr im Nürnberger Umland. „Wir sagen klar und deutlich: Die Sicherheit von Beschäftigten und Fahrgästen darf kein Kostenfaktor sein. Sie darf nicht untergehen im Zuständigkeits-Ping-Pong von Bund und Ländern.“
Neben der Sicherheit ist es vor allem der Umbau des DB Konzerns, der viele unserer Mitglieder umtreibt. Hier sind es vor allem bahn-internen Dienstleister DB Services und DB Systel sowie die Holding, über deren Zukunft spekuliert wird. „Es stehen uns noch harte Gespräche bevor. Auch zur Holding“, so der EVG-Vorsitzende. „Denn eins ist klar: Ohne Reinigung: keine Bahn. Ohne IT-Sicherheit: keine Bahn. Ohne ein gut funktionierendes Beschaffungswesen: keine Bahn.“ In diesem Zusammenhang erinnerte Burkert auch an die harten und andauernden Auseinandersetzungen um die DB Cargo. „Cargo ist noch lange nicht über dem Berg. Aber genau so klar ist: Die DB Cargo hat eine Zukunft: als europäischer Marktführer im Schienengüterverkehr.“ Das Unternehmen müsse effizienter werden, aber auch wieder auf Wachstum setzen. In der Politik habe leider noch nicht jeder verstanden, dass es nicht nur um Cargo geht. Sondern: um die deutsche Industrie insgesamt. „Es geht um Zehntausende Industriejobs in unserem Land. Und das sagen nicht nur wir bei der EVG. Das sagen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter bei Stahl und Chemie. Und auf die sollte man gerade jetzt dringend hören!“
Als „alles richtig“ wertete Martin Burkert die vor wenigen Tagen vorgelegten Ergebnisse der „Task Force Schiene“. Sie leisteten aber „nur einen recht kleinen Beitrag“, um die Qualität des Schienenverkehrs insgesamt in Deutschland wieder zu steigern – angesichts eines Investitions-Rückstaus von 130 Milliarden Euro. „Deshalb: ausreichend investieren! Und: nicht nur den Mangel verwalten. Das ist die Aufgabe der Bundesregierung.“ Daneben forderte Burkert auch eine Reform des Trassenpreissystems. Sie steht zwar im Koalitionsvertrag, geschehen ist bisher allerdings noch nichts. Das vor wenigen Tagen ergangene Urteil des Europäischen Gerichtshofs sei der „allerletzte Warnschuss. Bleibt die Bundesregierung weiter untätig, streichen die Länder ganz einfach die Regionalverkehre zusammen. Und: die Fahrgäste zahlen die Quittung. Wir werden klar benennen, wer dafür verantwortlich ist.“
Genug Stoff also für die Teilnehmenden des EVG-Hausfestes, der in zahlreichen intensiv en und konstruktiven Gesprächen im Laufe des Abends vertieft wurde. Für Information und Vernetzung: Das EVG-Hausfest ist unverzichtbar geworden.
„Lasst uns zusammenstehen.“
„Denn: Menschlichkeit, Solidarität und Vernunft sind unsere starken Pfeiler. Und wir ihre starken Wächterinnen und Wächter.“ Mit diesen Worten eröffnete der EVG-Vorsitzende Martin Burkert das diesjährige Hausfest der EVG. Im 16. Jahr der EVG ist das Hausfest mehr denn je eine feste Größe im Terminkalender der Eisenbahnbranche, aber auch von Politiker:innen und Journalist:innen, das zeigte auch wieder die diesjährige Gästeliste.







