Landesverband Senioren NRW: Seminarwoche in Bad Salzuflen verbindet Information, Politik und Gemeinschaft

Eine abwechslungsreiche und informative Seminarwoche des Landesverbandes Senioren NRW führte die Teilnehmer:innen in die Villa Dürkopp nach Bad Salzuflen. Neben aktuellen Themen aus Sozialpolitik, Rente und Vorsorge standen auch digitale Fragen und ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm. Gleichzeitig war die Seminarwoche ein besonderer Anlass: Für den langjährigen Vorsitzenden des Landesverbandes Senioren NRW, Wolfgang Aßheuer, endete damit die letzte von ihm verantwortete Seminarwoche.

Gruppenfoto von mehreren Personen auf einer Treppe in einem gepflegten Garten. Im Hintergrund steht ein großes, helles Gebäude mit Rundturm und Balkon, eingerahmt von Bäumen und Steinfiguren.

Teilnehmende vor der Villa Dürkopp in Bad Salzuflen

Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende des Landesverbandes Senioren NRW, Wolfgang Aßheuer, die Seminarteilnehmer:innen aus den verschiedenen Ortsverbänden in Nordrhein-Westfalen. Er stellte ein umfangreiches und vielseitiges Programm vor, das einmal mehr zeigte, wie breit die Seniorenarbeit der EVG aufgestellt ist.

Ein Schwerpunkt lag auf den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Kollegin Nora Ahmetaj stellte die Dokumentenplattform der DEVK vor. Mit deren Unterstützung können Nutzer:innen unter anderem Textbausteine für Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten erstellen. Damit wurde den Teilnehmer:innen eine praktische Möglichkeit vorgestellt, sich mit wichtigen Fragen der persönlichen Vorsorge auseinanderzusetzen.
Über die Aufgaben und die aktuellen Herausforderungen der KVB informierte Michael Welon-Neuer, Versichertensprecher der KVB. Dabei ging er auch auf die Entwicklungen ein, mit denen sich die Interessenvertretung der Versicherten in Zukunft beschäftigen muss.

Mit den geplanten Veränderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung beschäftigte sich Günter Schernus, KBS-Versichertensprecher. Er setzte sich kritisch mit den Reformvorschlägen der Bundesregierung auseinander und stellte zugleich die Positionen des DGB zur Rentenpolitik vor. Die Diskussion machte deutlich, dass die Sicherung einer verlässlichen und auskömmlichen Altersversorgung für die Senior:innen ein zentrales gewerkschaftliches Thema bleibt.
Der Kölner Seniorenvorsitzende Johannes Houben widmete seinen Vortrag den Themen Erben und Vererben, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Dabei verwies er auch auf eine Broschüre des Bundesministeriums der Justiz, die eine wertvolle Hilfestellung für Mitglieder bei der Regelung dieser wichtigen Fragen bietet.

Darüber hinaus stellte Houben die aktuellen politischen Anträge der Kölner Senioren vor. Diese beschäftigen sich unter anderem mit bezahlbarem Wohnen, dem Kampf gegen Sozialabbau, einem vergünstigten Deutschlandticket für Senior:innen sowie einer neuen Verteilung der Mandate in der Bundesseniorenleitung, bei der die Mitgliederstärke der Landesverbände stärker berücksichtigt werden soll. Die Anträge sollen den Seniorengruppen in NRW zur Beratung und mit der Bitte um Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

Auch die Digitalisierung spielte eine wichtige Rolle. Rainer Zimmermann vom Digitalen Arbeitskreis der EVG erläuterte, was beim digitalen Nachlass und insbesondere bei einem digitalen Testament zu beachten ist. Dabei wurde deutlich, dass auch im digitalen Zeitalter rechtzeitige Vorsorge immer wichtiger wird. Auf großes Interesse stieß zudem die Vorstellung des Kölner Senioren-Newsletters. Rainer Zimmermann erläuterte, welche Möglichkeiten digitale Informationen für die Seniorenarbeit bieten und wie aktuelle Nachrichten schnell und unkompliziert an die Mitglieder weitergegeben werden können.

Ein weiterer Programmpunkt beschäftigte sich mit der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen. Dabei ging es um die Frage, welche Aufgaben die BAGSO für die Senior:innen wahrnimmt und vor allem darum, wie die vorhandenen Einflussmöglichkeiten gegenüber Politik und Gesellschaft im Interesse der älteren Generation genutzt werden können.

Gemeinschaft kam ebenfalls nicht zu kurz
Natürlich durfte bei einer solchen Seminarwoche auch die gemeinsame Freizeit nicht fehlen. Ein wunderschöner Ausflug führte die Gruppe zur Sigwardskirche in Idensen und anschließend zu einer Schifffahrt auf dem Steinhuder Meer. Abgerundet wurde der Tag mit einem Besuch der Schokoladenmanufaktur auf der Kapellenhöhe.
Bei Kaffee und Kuchen ließen die Teilnehmer:innen die Seminarwoche noch einmal Revue passieren. Dabei wurde schnell deutlich: Die Mischung aus fachlichen Informationen, politischen Diskussionen und gemeinschaftlichen Erlebnissen machte die Woche zu einem rundum gelungenen Seminar.

Abschied nach 15 Jahren
Für Johannes Houben, Mitglied des Landesverbandsvorstandes, war die Seminarwoche auch Anlass, im Namen der Seniorengruppen in Nordrhein-Westfalen dem langjährigen Landesvorsitzenden Wolfgang Aßheuer für seine Arbeit zu danken.

„Wolfgang hat die Seniorenarbeit in NRW über 15 Jahre geprägt. Ein wesentlicher Teil seiner erfolgreichen Arbeit sind die beliebten Seminare und Klausuren in Kooperation mit dem Bildungs- und Förderungswerk.“, betonte Houben.
Mit dieser Seminarwoche endete die letzte Veranstaltung dieser Art unter der Verantwortung von Wolfgang Aßheuer. Houben würdigte seine langjährige Arbeit: „Heute endet das letzte Seminar in seiner Verantwortung. Wolfgang kann stolz auf seine Bilanz zurückblicken. Er hat die Seniorenarbeit in NRW über viele Jahre mit großem Engagement gestaltet und wichtige Impulse gesetzt.“

Sichtlich gerührt dankte Wolfgang Aßheuer den Teilnehmer:innen für die anerkennenden Worte und ein persönliches Geschenk. Ganz verabschieden müssen sich die Senior:innen allerdings nicht von ihm. Assheuer machte deutlich: „Ich werde weiter für die Kolleg:innen da sein und mich künftig auf die Arbeit in meinem Ortsverband konzentrieren.“

Das dürfte besonders die Mitglieder in Witten-Bochum freuen. Denn eines wurde während der Seminarwoche deutlich: Engagement für die Senior:innen kennt kein Ruhestandsalter.

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