„Gerade für uns junge Menschen ist das Dahinraffen des Sozialstaats ein weiterer Schlag ins Gesicht“, sagte Engelbrecht. Statt Beschäftigte immer länger arbeiten zu lassen und gleichzeitig die soziale Absicherung auszuhöhlen, brauche es eine Politik, die Zukunftsperspektiven schafft und die Lebensbedingungen verbessert.
Besonders kritisch sieht die EVG-Jugend die Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Engelbrecht berichtete von einer jungen Kollegin, die aufgrund psychischer Erkrankungen ihren Beruf aufgeben musste. Psychische Belastungen seien längst ein zentrales Problem seiner Generation. „Die Lösung der Bundesregierung dafür: Kürzungen in der Psychotherapie“, kritisierte er.
Auch die Arbeitsbedingungen bei der Eisenbahn nahm Engelbrecht in den Blick. Notwendig seien endlich ausreichende Investitionen in die Infrastruktur. „Wir brauchen diese Gelder endlich für mehr Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur“, betonte er. Arbeiten auf maroden Stellwerken oder an sanierungsbedürftigen Anlagen dürfe nicht zum Normalzustand werden.
Mit Blick auf den Schichtdienst verwies Engelbrecht auf die besonderen Belastungen vieler Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. „Wer im Schichtdienst arbeitet, verzichtet wissentlich auf Lebensjahre. Das weiß die Wissenschaft; das wissen wir; das weiß auch die Regierung“, sagte er. Es sei widersprüchlich, immer höhere Arbeitsleistungen einzufordern und gleichzeitig die gesundheitlichen Voraussetzungen dafür zu verschlechtern.
Die wiederkehrende Debatte um den Fachkräftemangel greife aus seiner Sicht zu kurz. „Wenn wir so weitermachen, wird es irgendwann niemanden mehr geben, der noch arbeiten will. Der noch arbeiten kann“, warnte Engelbrecht.
Der Zustand der Eisenbahn stehe dabei sinnbildlich für die aktuelle Entwicklung im Land: „Maßlos überarbeitet, seit Jahren kaputtgespart und wilden Wettbewerbsfantasien unterworfen.“ Die Angriffe auf den Sozialstaat seien kein Zufall, sondern Ausdruck einer Politik, die die Kosten von Krisen auf Beschäftigte abwälze.
Zum Abschluss rief Engelbrecht die Kolleginnen und Kollegen zum gemeinsamen Engagement auf: „Wir müssen uns dagegen wehren. Am 26. September stehen wir gemeinsam auf der Straße und kämpfen für unsere Rechte!“
Kundgebung: Sozialstaat stärken statt Gesundheit kaputtsparen
Die geplanten Einschnitte im Sozialstaat treffen besonders junge Menschen hart. Das machte Fabian Engelbrecht von der Landesjugendleitung der EVG Baden-Württemberg bei einer Kundgebung deutlich. Er kritisierte die Politik der Bundesregierung scharf und forderte mehr Investitionen in soziale Sicherheit, Gesundheit und Infrastruktur.
