Klartext aus Ludwigshafen: Landesverbandsvorstand Baden-Württemberg setzt Zeichen gegen Schienen-Ausverkauf

Die Pläne des privaten italienischen Anbieters Italo bedrohen unser Schienennetz. Durch den ungesteuerten Wettbewerb droht mindestens 16 Fernverkehrsstandorten die Abkopplung oder eine starke Ausdünnung. Der EVG-Landesverbandsvorstand Baden-Württemberg hat am Rande seiner Sitzung in Ludwigshafen unmissverständlich dagegen protestiert.

Eine Gruppe von Menschen steht auf einem Bahngelände vor Gleisen und Oberleitungen und hält ein großes Banner mit der Aufschrift „Ludwigshafen braucht Fernverkehr“. Mehrere Personen tragen Westen oder Alltagskleidung, einige halten Fahnen und Schilder mit verschiedenen Slogans. Im Hintergrund sind Bahnstrecken, Signale und ein Gebäude zu sehen.

Protest am Rande der Vorstandssitzung
Die Sitzung des Landesverbandsvorstandes Baden-Württemberg in Ludwigshafen bildete die Kulisse für eine kraftvolle Aktion vor dem Hauptbahnhof. Ein zentrales Bild der Aktion zeigt, wie wirksamer Protest auf den Punkt gebracht wird: Auf dem im Fokus getragenen Banner steht in klaren Lettern: „Ludwigshafen braucht Fernverkehr. “Direkt dahinter untermauern die Kolleginnen und Kollegen die Forderungen mit den offiziellen EVG-Kampagnenschildern. Die Botschaften „Schiene öffnen: Ja. Städte opfern: Nein!“ und das zentrale Motto „Damit Deutschland nicht den Anschluss verliert.“ verdeutlichen die geschlossene Haltung des Gremiums im Hintergrund des Banners unübersehbar.

Stoppt die Rosinenpickerei!
Italo plant, ab dem Fahrplanjahr 2028 mit 30 eigenen Hochgeschwindigkeitszügen auf den profitablen deutschen „Filetstrecken“ einzusteigen. Ermöglicht wird dies durch eine Vorgabe der Bundesnetzagentur, Kapazitäten für Wettbewerber freizuhalten.

Die bittere Folge:
Wenn private Investoren nur die lukrativen Sahnestücke abgreifen, bricht das System der Quersubventionierung zusammen. Mit diesen Gewinnen finanziert die Deutsche Bahn bisher den Fernverkehr in mittelgroßen Städten und ländlichen Regionen. Ohne diese Mittel droht auch in Knotenpunkten wie Ludwigshafen der Kahlschlag.

Der EVG-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg, Manuel Amberger, fand dazu deutliche Worte: „Wir lassen nicht zu, dass internationale Finanzinvestoren unsere Schiene als Spielplatz nutzen, während die Regionen auf dem Abstellgleis landen. Schienenverkehr ist Daseinsvorsorge für alle Menschen – nicht nur dort, wo es am meisten Profit bringt. Wer die wirtschaftlich starken Hauptachsen befahren will, muss gesetzlich verpflichtet werden, über Paketlösungen auch die Fläche zu bedienen. Der Bundesverkehrsminister muss jetzt endlich faire Spielregeln schaffen!“

Die Aktion des Landesverbandsvorstandes Baden-Württemberg in Ludwigshafen sendet ein klares Signal: Die EVG steht geschlossen für ein starkes Netz in der gesamten Fläche!

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