Dabei wurde bei einem ersten Überblick über aktuelle Schwerpunktthemen schnell klar, wo die momentanen Probleme unserer aktiven Mitglieder liegen: die tarifpolitischen Themen müssen sowohl bei der DB AG, als auch den NE-Bahnen, weiterentwickelt werden. Gleiches gilt, besonders im Kundenkontakt, auch für dringend notwendige Sicherheitsmaßnahmen wie Videoüberwachung und zusätzliche Personale. Besonders bei den Busfahrenden, die so gut wie immer alleine unterwegs sind, herrscht dringender Verbesserungsbedarf in puncto Sicherheit, um unsere Kolleginnen und Kollegen besser zu schützen. Was viele Fachgruppen zusätzlich eint, sind stellenweise desolate Probleme hinsichtlich Personalsituation und Beschäftigungsbedingungen: so wechseln Ingenieure regelmäßig von der InfraGO zu anderen Unternehmen, da sie dort deutlich mehr verdienen könnten. Im Eisenbahnbundesamt ist für die kommenden Jahre ein Personalabbau von bis zu 8% angekündigt. Und Bordpersonale im Fernverkehr fühlen sich teilweise besonders nach traumatischen Ereignissen hilflos und von Führungskräften und Unternehmen alleine gelassen. Die Aufgaben, mit denen unsere ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen in den zentralen Fachgruppen konfrontiert sind, werden also auch zukünftig nicht kleiner.
Um für diese Aufgaben in Zukunft noch besser gerüstet zu sein, diskutierte Kristian Loroch mit den Sprecher:innen darüber, wie man gemeinsam für eine noch effektivere Fachgruppenarbeit sorgen können. Dafür bedarf es zum einen einer noch engeren Verzahnung und Zusammenarbeit der ehren- und hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen, mit konkret formulierten Rollen und Aufgaben. Zum anderen braucht es eine deutliche Stärkung der tarifpolitischen Arbeit, um dem Rechnung zu tragen, was Satzung und Richtlinien für die ZFGen schon lange vorsehen: zentrale Fachgruppen sind ein Baustein der tarifpolitischen Willensbildung in der EVG. In ihnen kommen Impulse und Inhalte aus den unterschiedlichen Betriebs-/Dienststellengruppen zusammen, sie fungieren als Schnittstelle zwischen Betrieben/Dienststellen und den zentralen Bereichen der EVG. Die dort aktiven Kolleginnen und Kollegen liefern praxisnahe Expertise zu Berufsbildern, Beschäftigungsbedingungen, Eingruppierungsmerkmalen und vielen weiteren Themen. Nicht umsonst sehen wir die zentralen Fachgruppen als DIE Expert:innen-Gremien innerhalb unserer Gewerkschaft. Mit dem vorgestellten Grundsatzkonzept kann auf die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre aufgebaut und die Wichtigkeit der zentralen Fachgruppen auf ein neues Level gehoben werden.
Am Ende der zweitägigen Sitzung waren sich unsere Sprecher:innen einig: die Arbeit in den zentralen Fachgruppen kann etwas bewegen, und macht zudem noch ordentlich Laune! Und wenn sie von einer Sache nie genug haben können, dann von weiteren engagierten Kolleginnen und Kollegen, die Lust haben, in Zukunft mitzuarbeiten! Einen Überblick über die passenden Ansprechpartner findest du hier – melde dich bei Interesse gerne!
