EVG-Vorsitzender zu Gast beim HPR-Stammtisch

Vor vielen Jahrzehnten gründeten die freigestellten Mitglieder des Hauptpersonalrats (HPR) beim Vorstand der Deutschen Bundesbahn im damaligen HVB-Casino einen Stammtisch. Alle Teilnehmer waren Mitglieder der GdED und nach den Bestimmungen des Personalvertretungsgesetzes von 1955 gewählt worden.

Mehrere Personen unterschiedlichen Alters sitzen an einem länglichen Esstisch in einem Innenraum mit Küchenzeile im Hintergrund. Auf dem Tisch stehen Teller, Gläser, mehrere Flaschen, Brotkörbe und rote Servietten. Eine Person hält ein Kind auf dem Schoß. Die Gruppe blickt in Richtung Kamera.

Die Mitglieder vom HPR-Stammtisch in Frankfurt am Main freuten sich über den prominenten Besucher: EVG-Vorsitzender Martin Burkert stand Rede und Auskunft über aktuelle Themen der Bahn- und Gewerkschaftspolitik und dankte den Teilnehmer:innen für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Eisenbahner*innen.

Mitte der 1970er Jahre, nach der Novellierung des Bundespersonalvertretungsgesetzes 1974, kamen die freigestellten Mitglieder der Hauptjugendvertretung (HJV) beim Vorstand der Deutschen Bundesbahn hinzu. Ebenfalls Teil der Runde wurde der Hauptvertrauensmann der Schwerbehindertenvertretung. Aufgrund der zahlreichen Kontakte zu Gesprächs- und Verhandlungspartnern schlossen sich zudem mehrere Beschäftigte der DB-Hauptverwaltung dem „Montags-Stammtisch“ an. Die dabei entstandenen persönlichen Verbindungen bestehen bis heute.

Im Zuge der Bahnreform 1994 und der Zusammenführung von Deutscher Bundesbahn und Deutscher Reichsbahn zur Deutschen Bahn AG veränderten sich die Strukturen der Personal- und Betriebsräte grundlegend. Die Tradition des Stammtischs blieb jedoch erhalten.

Auch nach dem Abriss des Gebäudes der ehemaligen Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn in der Friedrich-Ebert-Anlage wurde der „Montags-Stammtisch“ an einem neuen Ort fortgeführt. Der frühere Leiter des HVB-Casinos, Helmut Schmitt, blieb Gastgeber der Runde. Er mietete Räume in der Kuhwaldsiedlung nahe dem Frankfurter Messegelände und eröffnete dort ein Weindepot, das seither Heimat des Stammtischs ist.

Um die besondere Atmosphäre zu bewahren, rettete Helmut Schmitt das Mobiliar aus dem ehemaligen „Spiegelzimmer“ der Hauptverwaltung. An dem historischen Besprechungstisch empfing der Vorstand der Deutschen Bundesbahn einst prominente Gäste wie Bundeskanzler Willy Brandt zu Gesprächen über die Bahnpolitik.

Sechsmal im Jahr treffen sich die Mitglieder heute im Weindepot zum HPR-Stammtisch. Über einen besonderen Gast freuten sie sich zuletzt besonders: EVG-Vorsitzender Martin Burkert berichtete über aktuelle Entwicklungen bei der Bahn, den verschiedenen Gesellschaften sowie in der Gewerkschaft.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich über Veränderungen in der innerbetrieblichen Interessenvertretung sowie in der Tarif-, Beamten- und Sozialpolitik der EVG auszutauschen. Martin Burkert beantwortete die Fragen ausführlich und dankte den Anwesenden für ihr Engagement in der Seniorenarbeit sowie, soweit noch aktiv, in der Personal- und Betriebsratsarbeit.

Dabei erinnerte er sich auch an seine eigene Zeit als freigestelltes Mitglied der Hauptjugendvertretung, als er selbst regelmäßig am Stammtisch teilnahm und viele kollegiale Stunden in der Runde verbrachte.

Der älteste Teilnehmer des Stammtischs ist mit 99 Jahren der ehemalige Leiter des HVB-Casinos, Helmut Schmitt. Als dienstältestes Mitglied gehört der ehemalige HJV-Vorsitzende Anton „Toni“ Hofmann zur Runde. Er nahm bereits von Oktober 1974 bis April 1978 als Mitglied am Stammtisch teil und ist nach seiner Zeit als Gewerkschaftssekretär heute wieder regelmäßig dabei.

Der Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bahnbereich steht weiterhin im Mittelpunkt der Treffen. Dafür nehmen einige Teilnehmer auch heute noch weite Anreisen vom Bodensee bis nach Ostfriesland auf sich.

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