Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Pläne, den Wettbewerb im Fernverkehr weiter zu öffnen. Unternehmen wie Italo wollen vor allem die wirtschaftlich attraktivsten Strecken bedienen. Die Folge: Die DB Fernverkehr AG verliert Einnahmen, mit denen heute weniger rentable Verbindungen finanziert werden.
Leidtragende wären die Beschäftigten und vor allem die Fahrgäste. Es drohten der Wegfall von Fernverkehrsverbindungen in der Fläche sowie unterschiedliche Tickets für jeden Fernverkehrsanbieter.
Nach Einschätzung von EVG und Betriebsrat, die ihre Position dem Bundestagsabgeordneten fundiert darlegten, drohen der Abbau zahlreicher Arbeitsplätze bei DB Fernverkehr, die Schließung von Einsatzstellen und die Abkopplung von rund 120 Städten vom Fernverkehrsnetz. Gleichzeitig müssten Reisende künftig je nach Anbieter unterschiedliche Fahrkarten nutzen – ein Rückschritt statt eines attraktiven Bahnangebots aus einer Hand.
Dies würde das Ende eines flächendeckenden Fernverkehrsnetzes in Deutschland bedeuten. „Mobilität ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht allein von Renditeinteressen bestimmt werden“, waren sich die Teilnehmer einig. Investoren wie BlackRock und andere verfolgen in erster Linie wirtschaftliche Ziele.
Für die EVG und Parsa Marvi steht dagegen der Mensch im Mittelpunkt: ein flächendeckender Fernverkehr, sichere Arbeitsplätze und faire Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter.
Die EVG und Parsa Marvi werden sich weiterhin gemeinsam dafür einsetzen, dass der Wettbewerb im Schienenfernverkehr klar geregelt wird – damit niemand vom Fernverkehr abgehängt wird und die Bahn auch künftig für alle Menschen da ist.
EVG und Parsa Marvi: Schienenfernverkehr darf nicht zum Spielball von Renditeinteressen werden
Am Donnerstag tauschten sich die EVG-Geschäftsstelle Karlsruhe (Simon Koch und Ingo Kratz), der Karlsruher Bundestagsabgeordnete Parsa Marvi sowie die Betriebsratsvorsitzende des DB Fernverkehrs-Wahlbetriebs Karlsruhe/Freiburg, Daniela Kebschull, und ihr Stellvertreter Torsten Bachocz über die Zukunft des Schienenfernverkehrs aus.
