Europäischer Schienengüterverkehr: „Zeit für minimalinvasive Maßnahmen ist abgelaufen“

Im Vorfeld der Konferenz der europäischen Verkehrsminister am 8. Juni hat der EVG-Vorsitzende Martin Burkert Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder zum entschlossenen Handeln aufgefordert. In einem Schreiben warnt Burkert gemeinsam mit der Eisenbahnsektion der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) vor einem drohenden strukturellen Kollaps des Schienengüterverkehrs (SGV) in Europa.

Mehrere blaue Flaggen mit gelben Sternen der Europäischen Union sind an schräg angebrachten Fahnenstangen an der Fassade eines hellen, verzierten Gebäudes befestigt. Vor den Fenstern befindet sich ein halbrunder Balkon mit steinernem Geländer und dekorativen Reliefs. Die Flaggen wehen nach außen, einige überlappen sich, während das Gebäude mit Säulen, Ornamenten und Fenstereinfassungen im Hintergrund zu sehen ist.

Trotz ambitionierter EU-Ziele zur Stärkung der Schiene sinkt deren Marktanteil seit Jahren. Ursache sind nach Einschätzung von EVG und ETF vor allem chronische Unterinvestitionen und ein ruinöser Wettbewerb. „Die Zeit für minimalinvasive Maßnahmen ist abgelaufen“, so Burkert. Jetzt brauche es grundlegende Weichenstellungen, um den SGV zukunftsfähig aufzustellen.

Als Eisenbahnsektion der ETF haben wir in der vergangenen Woche eine Resolution verabschiedet, die die folgenden Kernpunkte für die Zukunft des SGVs aufzeigt. Wir fordern unter anderem, den Schienengüterverkehr als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge anzuerkennen, massive öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Rollmaterial sicherzustellen sowie den Einzelwagenverkehr gezielt zu stärken. Zudem müsse die europäische Politik die Zusammenarbeit der Güterbahnen fördern, faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Verkehrsträgern schaffen und gute Arbeitsbedingungen im Sektor gewährleisten.

Burkert appelliert an den Bundesverkehrsminister, sich auf europäischer Ebene für einen nachhaltigen, resilienten und sozial gerechten Schienengüterverkehr einzusetzen: „Für die Zukunft des europäischen SGV ist umfangreiches Handeln nötig - dabei zählen wir auf die Unterstützung der Bundesregierung.“

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