Die Ergebnisse ihrer zweiten europaweiten Befragung zeigen deutlich: Die Situation hat sich seit der ersten Erhebung im Jahr 2017 verschärft und erfordert entschlossenes Handeln von Arbeitgebern, Politik und Sozialpartnern.
An der Umfrage beteiligten sich 1.732 Beschäftigte aus allen Verkehrszweigen Europas – darunter Eisenbahn, öffentlicher Nahverkehr, Luftfahrt und Schifffahrt. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Mehr als sieben von zehn Frauen (71,1 Prozent) geben an, in ihrem aktuellen Job Gewalt oder Belästigung zu erleben. 2017 lag dieser Wert noch bei 63 Prozent.
Besonders alarmierend ist, dass fast zwei Drittel der Befragten (65,1 Prozent) aufgrund von Aggressionen und Gewalt bereits darüber nachgedacht haben, den Verkehrssektor zu verlassen. Die Umfrage macht deutlich, welche Folgen Übergriffe für die Betroffenen haben: Sie beeinträchtigen nicht nur Gesundheit und Wohlbefinden, sondern auch die Attraktivität der Branche insgesamt.
Der Bericht untersucht die Formen von Gewalt und Belästigung, die Tätergruppen, das Sicherheitsgefühl der Beschäftigten sowie die Wirksamkeit bestehender Schutzmaßnahmen. Ergänzt werden die Daten durch zahlreiche persönliche Erfahrungsberichte von Frauen aus den verschiedenen Verkehrsbereichen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Gewalt und Belästigung kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem sind. Geschlechtsspezifische Gewalt und Sexismus gehören für viele Frauen leider weiterhin zum Arbeitsalltag im Verkehrssektor.
Die ETF fordert deshalb gemeinsame Anstrengungen von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Politik und Behörden. Neben wirksamer Prävention und Sensibilisierung gehören dazu klare betriebliche Regelungen, tarifvertragliche Vereinbarungen sowie Investitionen in sichere Arbeitsplätze und Verkehrsangebote.
ETF-Umfrage: Gewalt gegen Frauen im Verkehrssektor nimmt weiter zu
„Gewalt gehört nicht zum Beruf!“ – unter diesem Motto macht die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) auf die alarmierende Zunahme von Gewalt und Belästigung gegenüber Frauen im Verkehrssektor aufmerksam.
