In diesem Jahr war das Hauptthema das Mädchen-KZ in der Uckermark, das im Juni 1942 errichtet wurde. Die jungen Frauen waren zuvor von nationalsozialistischen Behörden als „gemeinschaftsfremd“, „asozial“ oder „politisch unzuverlässig“ eingestuft worden.
Bei der Beschäftigung mit den Akten aus der Psychiatrie Görden stellten die Seminarteilnehmer:innen erschüttert fest, dass es sich um normale, pubertierende und aufmüpfige Jugendliche handelte. Auch nach Zerschlagung des Nationalsozialismus wurde die Ungerechtigkeit fortgesetzt, durch Verweigerung von Entschädigungszahlungen oder durch weitere Ausgrenzung.
Trotz des bedrückenden Themas hat Jitka, eine der beiden Teamerinnen, Zuversicht mitgenommen. Die Teilnehmer:innen dieses Seminars werden mit ihrem Wissen dazu beitragen, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen.
„Es war ein ganz neuer Blick, für mich, auf das Leid und die Ausgrenzung der Frauen.“
Mit diesen Worten fasste Alfons das Seminar in der Gedenkstätte Ravensbrück zusammen. Erstmalig nahmen in diesem Jahr auch Kollegen teil. Seit zehn Jahren wird dieses Seminar inzwischen durchgeführt, jedes Mal mit neuen Schwerpunkten.
