Es sind bewegende Geschichten von Mut, Mitgefühl und außergewöhnlichem Engagement. Mehrere hundert Fahrgäste aus ganz Deutschland haben in den vergangenen Monaten Bahnbeschäftigte nominiert, die ihnen in schwierigen Situationen zur Seite standen. Aus den Einsendungen wählt eine Jury die Preisträger:innen nach Gold, Silber und Bronze aus. Aber auch Fahrgäste durften mitentscheiden. Diese mittlerweile etablierte Würdigung zeigt letztendlich eines: die zur Preisverleihung eingeladenen Kolleginnen und Kollegen stehen mit ihrem Herzblut stellvertretend für alle Beschäftigten im Kundenkontakt.
Sonderpreis geht an EVG-Mitglied
Diese Würdigung geht an ein echtes Vorbild gelebter Kollegialität und Kundennähe: Alexander Rezek. Kaum jemand verkörpert den Geist dieser Auszeichnung so sehr wie der 42jährige. Bereits zehnmal wurde er für die Ehrung von Reisenden nominiert: 2019 bekam er den Preis in der Kategorie Silber; 2017, 2018 und 2024 wurde er Landessieger für Nordrhein-Westfalen. Seine Laufbahn begann im ICE als Zugbegleiter; heute ist er im Reisezentrum am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz. Doch egal, wo er arbeitet: Für Alexander Rezek stehen die Menschen immer im Mittelpunkt. Das zeigen die zahlreichen Einsendungen, die ihm galten. Ob komplexe Fragen zur BahnCard, knifflige Reservierungen, Gruppenbuchungen oder Entschädigungsansprüche – mit Fachkenntnis und Humor bringt er Ordnung in jedes noch so komplizierte Anliegen.
„Dass er nun mit dem Sonderpreis geehrt wird, ist mehr als verdient." Martin Burkert, EVG-Vorsitzender
Immer mit dabei: viel Geduld, ein offenes Ohr und sein ehrliches Lächeln. Für ihn ist erst dann Feierabend, wenn die Kund:innen wirklich zufrieden sind. Diese Haltung hat ihm nicht nur die vergangenen Auszeichnungen eingebracht, sondern vor allem eines: echte Wertschätzung von Fahrgästen. „Dass er nun mit dem Sonderpreis geehrt wird, ist mehr als verdient“, so der EVG-Vorsitzende Martin Burkert. Dies sei ein starkes Zeichen für Engagement, das weit über das Erwartbare hinausgeht.
Auch Gold, Silber, Bronze für außergewöhnliche Hilfsbereitschaft
Auch der diesjährige Goldpreisträger zeigt, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen: Ronald-Phillip Tolkiehn aus Baden-Württemberg. Mitten im Schneechaos, stundenlang festgefahren in einem Regionalzug, behält er den Überblick, organisiert Anschlüsse und kümmert sich um seine Fahrgäste. Neben dem Jurypreis gewinnt er auch das Publikumsvoting mit großem Abstand vor den drei mit Silber ausgezeichneten Kollegen.
Eine Abschlussprüfung zum Lokführer entwickelte sich an diesem Tag unerwartet in eine Ausnahmesituation. Ein Polizei- und ein Notarzteinsatz in seinem Zug forderten Prüfling und Prüfer zusätzlich. Prüfung abbrechen? Für den zu Prüfenden keine Option. Er zieht das Ganze durch und ist am Ende des Tages offiziell Lokführer. Bronze ging an eine Kollegin der DB InfraGo, die als Mitarbeiterin im Mobilitätsservice am Bahnhof Landshut viel Einsatz zum Gelingen der Reise einer Rollstuhlfahrerin beiträgt.
„Unsere Landessieger:innen repräsentieren unsere Eisenbahnen auf sehr engagierte Weise. Auch sie halten das System am Laufen und in Schuss. Wir bedanken uns aus tiefster Eisenbahnerseele dafür bei unseren Kolleginnen und Kollegen.“ Sebastian Rüter, Vorsitzender der EVG Brandenburg
In der Kategorie Landessieger reihen sich ebenfalls EVG-Mitglieder für Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland ein. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch, Wasam Sulaiman (DB Service), Mesut Burus (eurobahn) und Amir Fifa (DB InfraGo). Als Laudator für diese Kategorie war Sebastian Rüter, Vorsitzender der EVG Brandenburg geladen. Er hob die Zuverlässigkeit und Hingabe der Gewürdigten hervor. „Unsere Landessieger:innen repräsentieren unsere Eisenbahnen auf sehr engagierte Weise. Auch sie halten das System am Laufen und in Schuss. Wir bedanken uns aus tiefster Eisenbahnerseele dafür bei unseren Kolleginnen und Kollegen.“
Ein Zeichen der Anerkennung
Die Auszeichnung „Eisenbahner:in mit Herz“ ist mehr als ein Wettbewerb. Sie ist ein Dankeschön – an Menschen, die tagtäglich oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten und dabei nie vergessen, worauf es wirklich ankommt: füreinander da zu sein. Gerade in Zeiten, in denen Herausforderungen im Bahnalltag zunehmen: knappe Budgets, Personalengpässe, marode Technik, wütende Kunden und private Belange.
Unsere Kolleginnen und Kollegen setzen mit diesen Geschichten ein starkes Zeichen. Sie zeigen, wie viel Engagement, Mut und Menschlichkeit in diesem Beruf und innerhalb der Eisenbahnerfamilie vorhanden sind. Und sie machen deutlich: Unsere Kolleg:innen sind nicht nur Teil des Systems Bahn – sie sind sein Herz.




