Dritte Aktion in Karlsruhe: Zusammenhalt gegen den Schienen-Ausverkauf

Zum dritten Mal haben sich die Kolleginnen und Kollegen vor Ort versammelt, um gemeinsam Flagge für den Fernverkehr zu zeigen. Nachdem in den ersten Runden bereits die Fahrwegpfleger sowie die Beschäftigten aus dem Umwelt- und Projektmanagement vorgelegt hatten, stand diesmal vor allem das Team für kaufmännische Angelegenheiten im Fokus.

Gruppe von etwa zehn Personen steht im Freien auf einer Wiese vor Bäumen und Wohngebäuden. Die Personen halten Fahnen der EVG sowie mehrere Schilder mit den Aufschriften „Karlsruhe braucht Fernverkehr.“, „Schiene öffnen: Ja. Städte opfern: Nein!“, „Damit Deutschland nicht den Anschluss verliert!“ und „Saarbrücken ohne Fernverkehr? Ohne uns!“. Zwei Fahnen, eine weiß-blaue und eine rote, sind über der Gruppe sichtbar. Sonniges Tageslicht.

Hintergrund: Italo-Verfahren und die Klage der DB InfraGO
Die Aktion findet vor dem Hintergrund einer enormen Zuspitzung in der Bahnpolitik statt: Am 17. Juli 2026 hatte die Bundesnetzagentur einen umstrittenen Beschluss gefasst. Demnach soll die DB InfraGO gezwungen werden, auf stark belasteten Strecken mindestens ein Viertel der Schienenkapazitäten für Konkurrenten freizuräumen. Profiteur dieser rein technischen Logik wäre vor allem das private italienische Eisenbahnunternehmen Italo, das ab 2028 in den deutschen Markt drängen will. Gegen diese Wettbewerbsvorgaben hat die DB InfraGO nun offiziell Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht und Eilrechtsschutz beantragt. 

Die Sorge ist groß, dass ein starrer Taktfahrplan privater Anbieter, die sich nur die rentablen Rosinen herauspicken, zu massiven Konflikten bei der Trassenvergabe führt und letztlich den bestehenden Takt- und Regionalverkehr ausbremst. Die EVG unterstützt die Klage der Bahntochter ausdrücklich als notwendigen Schritt, um das Netz vor einer unkontrollierten Zerschlagung zu schützen.

Der erfolgreiche Tag in Karlsruhe hat einmal mehr gezeigt: Ob draußen im Gleis oder drinnen im Büro – die Kolleginnen und Kollegen stehen geschlossen für ein starkes Gesamtsystem Bahn und für sichere Arbeitsplätze in der Region! 

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