DB Cargo: Azubis ohne Perspektive – JAV schlägt Alarm

Bei der Betriebsversammlung hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) des DB Cargo Wahlbetriebs C11 (KundenServiceZentrum Duisburg) eindringlich auf die Situation der Auszubildenden aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt stand eine klare Botschaft: Viele Nachwuchskräfte stehen nach ihrer Ausbildung vor einer ungewissen Zukunft - erneut ohne Übernahme.

Fünf Personen stehen nebeneinander an einem Metallgeländer in einem hellen Innenraum mit großen Glasfenstern und grünem Baumbestand im Hintergrund. Vor dem Geländer hängt ein großes, dunkles Banner mit einem Gruppenfoto mehrerer Personen in Schwarz‑Weiß. Am unteren Rand des Banners steht in roten Großbuchstaben der Text: „AUSGEBILDET. AUSGELERNT. AUSGESONDERT.“ Die Personen halten das Banner mit beiden Händen; sie tragen unterschiedliche, überwiegend legere Kleidung in dunklen und hellen Farben.

Die JAV-Vorsitzende Julia Bahner schilderte die Lage aus eigener Perspektive. Sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung und damit vor der drohenden Arbeitslosigkeit - so wie 27 weitere Auszubildende im Betrieb. Bereits im vergangenen Jahr wurden keine Azubis übernommen. Dass sich diese Situation nun wiederholt, sorgt für großes Unverständnis und Frustration.

Die Kritik richtet sich insbesondere an die fehlenden Perspektiven: Trotz guter Ausbildung und Investitionen gibt es kaum Übernahmeangebote. Zwei Stellenangebote für über 20 Auszubildende – und das an weit entfernten Standorten wie Weil am Rhein oder Nürnberg – sind aus Sicht der JAV keine realistische Lösung. Ein Umzug quer durch Deutschland ist für viele mit Azubi-Gehalt nicht machbar.

„Wir werden hier ausgebildet, gefördert, es wird viel Geld in uns investiert - und am Ende lässt man uns einfach fallen.“ Julia Bahner, JAV-Vorsitzende

Gleichzeitig kämpfen die jungen Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt mit bekannten Problemen: fehlende Berufserfahrung, zahlreiche Absagen und hohe Hürden beim Einstieg. Die oft geäußerte Annahme, junge Menschen würden „schon etwas finden“, entspricht nach Einschätzung der Betroffenen nicht der Realität.

Viele Azubis fühlen sich übersehen, nicht ernst genommen und im Stich gelassen. Unter dem Motto „Ausgebildet. Ausgelernt. Ausgesondert.“ brachten sie ihre Kritik öffentlich zum Ausdruck. Im Mittelpunkt stand dabei das Missverhältnis zwischen früheren Zusagen und der aktuellen Praxis. So wurde noch 2023 betont, dass die Transformation nicht auf dem Rücken der Auszubildenden ausgetragen werde.

Auf der Betriebsversammlung wurde deutlich: Viele Kolleginnen und Kollegen sehen die Auszubildenden als wichtigen Teil der Zukunft des Unternehmens und unterstützen ihre Anliegen. Auch von gewerkschaftlicher Seite gab es deutliche Worte - unter anderem von EVG-Vorstand Kristian Loroch, der den Nachwuchs stärkte.

Für die EVG ist klar: Die wiederholte Nichtübernahme von Auszubildenden ist nicht akzeptabel. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten braucht es verlässliche Perspektiven für junge Menschen. Der bestehende Nachwuchskräfte-Tarifvertrag muss eingehalten und mit Leben gefüllt werden.

Die Forderung der JAV ist eindeutig: Mehr Verantwortung, echte Übernahmeangebote und ein wertschätzender Umgang mit dem Nachwuchs. Denn sie sind nicht nur die Zukunft des Unternehmens – sie sichern sie.

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