Bundesseniorenleitung legt Grundstein für den Leitantrag Seniorenpolitik

Wie soll die EVG in den kommenden Jahren Seniorenpolitik gestalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Bundesseniorenleitung bei ihrer Sitzung vom 13. bis 15. Oktober in Fulda. Der Startschuss für den Leitantrag Seniorenpolitik für den Gewerkschaftstag 2027 in Berlin ist damit gefallen.

Konferenzraum mit mehreren an Tischen sitzenden Personen. Im Vordergrund hält eine Person ein Mikrofon und spricht, vor ihr stehen ein offener Laptop, Gläser, Wasserflaschen, Unterlagen und eine pinkfarbene Tasche auf dem Tisch. Rechts steht eine weitere Person mit Mikrofon. Im Raum befinden sich zahlreiche weitere Personen an langen Tischreihen mit Getränken und Notizmaterial. Holzvertäfelte Wände, Deckenverkleidung und große Trennwände sind im Hintergrund sichtbar.

Sechs Arbeitsgruppen, viele Ideen
Unter der Moderation von Annegret Pawlitz, Vorsitzende der Bundesseniorenleitung, und unterstützt von Sabine Wolf, Bundesseniorensekretärin, entwickelten die Teilnehmenden in sechs Arbeitsgruppen erste Vorschläge und politische Forderungen zu diesen Bereichen: 1. Mobilität, Wohnen und Lebensumfeld, 2. Altersdiskriminierung, Altersbilder und Teilhabe, 3. Altersarmut und soziale Sicherheit, 4. Gesundheit und Pflege, 5. Digitalisierung und Bildung sowie 6. Seniorenarbeit in der EVG selbst. Ziel ist es, die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit den aktuellen Herausforderungen zu verbinden und daraus konkrete gewerkschaftliche Positionen abzuleiten.

Bundesseniorenkonferenz und Bildungsprogramm 2027
Außerdem wurde ein Ausblick auf das kommende Jahr geworfen. Die Bedeutung von Altersbildern, also welche Vorstellungen wir vom Alter haben, wird unter anderem einen inhaltlichen Schwerpunkt der Bundesseniorenkonferenz im Mai 2027 bilden. Das Bildungsangebot im kommenden Jahr soll laut Beschluss der Bundesseniorenleitung die Themen Pflege, Verkehrspolitik und Mobilität im Alter sowie den Umgang mit Desinformationen und digitale Teilhabe umfassen.

„Wer wissen will, was Seniorenpolitik braucht, muss uns Seniorinnen und Senioren fragen. Bei Mobilität im Alter, Gesundheitsversorgung oder Altersdiskriminierung reden wir nicht über Theorie, sondern über unseren Alltag. Deshalb schreiben wir den Leitantrag selbst, mit unseren Erfahrungen und unseren Forderungen.” Annegret Pawlitz, Vorsitzende der Bundesseniorenleitung

Starke Stimme in der BAGSO
Die EVG-Senior:innen arbeiten aktiv in der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen mit. Sie sind in den Fachkommissionen „Aktuelle Fragen der Seniorenpolitik“, „Engagement und Partizipation“, „Gesundheit und Pflege“ sowie „Digitalisierung“ vertreten und berichteten über ihre Erkenntnisse aus den Sitzungen. Auf der BAGSO-Tagung „Bildung und Lernen im Alter“ war die EVG ebenfalls präsent und beteiligte sich unter anderem an einem Workshop zum Thema „Übergang Beruf – Ruhestand“.

Blick zum DGB und in die Stiftungsfamilie
Nicht fehlen durfte der Bericht aus der Stiftungsfamilie. Außerdem stellten der Sprecher des Arbeitskreises Senior:innenpolitik des DGB, Ewald Gerk, und die Referatsleiterin Senior:innenpolitik Bianca Kühl, die neuen seniorenpolitischen Strukturen des DGB vor. Aktuell befasst sich der DGB unter anderem mit Hitze- und Klimaschutz; ein Thema, das auch für ältere Menschen immer wichtiger wird.

Impulse aus der EVG Zentrale
Kolleg:innen aus der Zentrale brachten Impulse in die Sitzung mit:

  • Cosima Ingenschay, stellvertretende Vorsitzende, gab unter anderem Einblicke in die aktuelle Verkehrs- und Tarifpolitik und in Sicherheitsfragen.
  • Roland Rösner informierte über die Finanzen der EVG.
  • Jonathan Schwarz stellte die Arbeitsgruppe „Junge Alte“ vor, die jene Kolleg:innen in den Blick nimmt, die bald aus dem Berufsleben scheiden.
  • Nathalie Nieding und Samuel Beuttler-Bohn erläuterten die aktuellen Reformen in Gesundheits- und Pflegepolitik sowie bei der Alterssicherung und gingen auf Änderungen bei den Fahrvergünstigungen ein.
  • Marco Rafolt sprach über die Folgen des Erstarkens rechtsautoritärer Parteien für Gewerkschaften. Sein Vortrag stieß auf besonders große Aufmerksamkeit.

Austausch am Abend
Auch nach den Sitzungen blieben die Teilnehmenden im Gespräch. Ein Filmabend lieferte zusätzlichen Diskussionsstoff über die Auswirkungen von Demenz auf Familien, aber auch über den Einsatz von Robotern in der Pflege.

Fazit
Die Beratungen in Fulda haben den Grundstein für die weitere Arbeit der Bundesseniorenleitung und die Vorbereitung des Gewerkschaftstags 2027 gelegt. Jetzt geht es darum, aus den gesammelten Ideen konkrete Positionen zu machen, denn eine starke Seniorenpolitik bleibt ein zentraler Bestandteil guter gewerkschaftlicher Arbeit.

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