Beschäftigtenfrühstück bei Weser-Ems Busverkehr: klare Erwartungen an Arbeitgeber formuliert

Beim Beschäftigtenfrühstück von Weser-Ems Busverkehr (WEB) am 2. August in Osnabrück standen die aktuellen Herausforderungen im Arbeitsalltag sowie die Vorbereitung auf die Tarifrunde 2027 im Mittelpunkt. Die rege Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen zeigte einmal mehr, dass es zahlreiche Themen gibt, die dringend angegangen werden müssen.

Gruppenfoto auf einem Busbetriebshof: Zwölf Personen stehen in zwei Reihen vor drei roten und weißen Linienbussen. Im Vordergrund stehen die Personen auf gepflastertem Boden, einige tragen T-Shirts, Shorts oder lange Hosen. Die Busse sind frontal und seitlich sichtbar, an einem Bus ist die Nummer „409“ zu erkennen. Im Hintergrund befinden sich Oberleitungen, Masten und ein klarer blauer Himmel.

Tarifrunde 2027 frühzeitig vorbereiten
Ein zentrales Thema war die bevorstehende Tarifrunde 2027. Die Beschäftigten machten deutlich, dass die Vorbereitungen frühzeitig beginnen müssen. Gefordert wurden regelmäßige Tarifdialoge vor Ort, damit die Erfahrungen und Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen direkt in die Aufstellung eines Forderungskatalogs einfließen können.

Der derzeit gültige Tarifvertrag läuft im August 2027 aus. Aus Sicht der Beschäftigten muss ausreichend Zeit genutzt werden, um Forderungen gemeinsam zu entwickeln und die Belegschaften umfassend einzubinden.

Dienstplanung sorgt für Unmut
Großen Gesprächsbedarf gab es bei der Dienstplangestaltung. Insbesondere kurzfristige Änderungen von Diensten belasten die Planbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich. Die Beschäftigten fordern deshalb den Abschluss einer Betriebsvereinbarung, die verbindliche Regelungen zur Dienstplanung und zu kurzfristigen Änderungen schafft.

Ebenso wurde die Einhaltung der Pausenregelungen thematisiert. Nach Aussagen aus der Belegschaft werden diese nicht in allen Fällen ordnungsgemäß umgesetzt. Hier besteht aus Sicht der Beschäftigten Handlungsbedarf.
Fehlende Toiletten sind ein tägliches Problem

Für großen Unmut sorgt weiterhin die unzureichende Versorgung mit Toiletten entlang der Linienwege. Viele Kolleginnen und Kollegen berichteten von fehlenden oder nicht ausreichend verfügbaren Toilettenanlagen an Endhaltestellen und Einsatzorten.

Die Forderung ist eindeutig: Wer täglich Verantwortung für Fahrgäste trägt, braucht auch vernünftige Rahmenbedingungen für seine Arbeit. Dazu gehört selbstverständlich der Zugang zu sauberen und erreichbaren Sanitäreinrichtungen.

Sicherheit im Fahrdienst verbessern
Auch das Thema Sicherheit nahm breiten Raum ein. Die Beschäftigten sehen Verbesserungsbedarf bei der Nutzung des Notfallknopfes und den anschließenden Kommunikationswegen. Besonders die Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Stadtwerken Osnabrück müsse überprüft und verbessert werden.

Hintergrund sind immer wieder auftretende Konfliktsituationen mit Fahrgästen. Dabei kommt es nicht nur zu verbalen Angriffen, sondern teilweise auch zu körperlichen Auseinandersetzungen. Häufig entstehen solche Situationen im Zusammenhang mit Fahrausweisen oder Fragen der Beförderung.

Die Kolleginnen und Kollegen machten deutlich, dass sie sich bei solchen Vorfällen schnelle Unterstützung und klare Abläufe wünschen.

Tankgutscheine als Entlastung gefordert
Angesichts der gestiegenen Kraftstoffpreise wurde zudem die Forderung erhoben, Beschäftigte durch Tankgutscheine finanziell zu entlasten. Viele Kolleginnen und Kollegen sind auf das Auto angewiesen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Vor diesem Hintergrund wird eine entsprechende Unterstützung als Zeichen der Wertschätzung angesehen.

Ausschreibungen 2027 im Blick
Ein weiteres Gesprächsthema waren die anstehenden Ausschreibungen der Verkehrsleistungen im Nord- und Südkreis im Jahr 2027. Die Beschäftigten verfolgen die Entwicklungen mit großem Interesse und erwarten, dass die Interessen der Belegschaften bei allen weiteren Entscheidungen berücksichtigt werden.

Wasserspender für den Aufenthaltsraum Schinkelstraße
Praktische Verbesserungen im Arbeitsalltag standen ebenfalls auf der Tagesordnung. So wurde erneut die Forderung nach einem Wasserspender für den Aufenthaltsraum an der Schinkelstraße erhoben. Viele Kolleginnen und Kollegen können nicht nachvollziehen, warum eine vergleichsweise einfache Maßnahme bislang nicht umgesetzt wurde.

Gemeinsam Probleme ansprechen und Lösungen finden
Das Beschäftigtenfrühstück hat gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen ist. Ob Tarifrunde, Dienstplanung, Sicherheit oder Arbeitsbedingungen: Die Beschäftigten wissen genau, wo der Schuh drückt und welche Verbesserungen notwendig sind.

Die angesprochenen Themen werden wir weiterhin aufgreifen und gegenüber den Verantwortlichen vertreten. Denn gute Arbeitsbedingungen, mehr Sicherheit und eine faire Tarifpolitik kommen nicht von allein, sondern müssen gemeinsam erarbeitet und durchgesetzt werden.

Das nächste Beschäftigtenfrühstück findet im März 2027 statt. Bis dahin werden wir die angesprochenen Punkte weiterverfolgen und die Kolleginnen und Kollegen über die Entwicklungen informieren.

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