Angriffe auf die Mitbestimmung: 13. bundesweite Konferenz „Betriebsräte im Visier“

Unter dem Eindruck zunehmender Konflikte in den Betrieben hat am Samstag die 13. bundesweite Konferenz „Betriebsräte im Visier“ im Mannheimer Gewerkschaftshaus stattgefunden. Rund anderthalb Jahre nach den letzten regelmäßigen Betriebsratswahlen zieht die Tagung eine kritische Bilanz: Die Strategien von Arbeitgebern gegen unliebsame Interessenvertretungen werden spürbar aggressiver.

Konferenzraum mit Reihen von Tischen und sitzenden Personen. An der linken Wand ist eine projizierte Präsentationsfolie mit dem Titel „13. Bundeskonferenz ‚Betriebsräte im Visier‘ Gerechtigkeit erkämpfen!“, darunter Datum, Uhrzeit und Ort „Samstag, 10.10.26, 13 Uhr, Gewerkschaftshaus Mannheim“. Rechts hängt ein Banner mit der Aufschrift „SOLIDARITÄT GEGEN BETRIEBSRATS-MOBBING“. Vorne steht eine Person mit Mikrofon neben einem Tisch mit Laptop. Entlang der Vorderseite der Bühne sind mehrere Plakate aufgestellt. Heller Raum mit weißer Wand und Deckenleuchte.

Systematisches Mobbing und Union Busting im Fokus
Im Zentrum der Debatten stehen die Methoden des sogenannten Union Busting – der gezielten Behinderung von Betriebsratsarbeit. Experten, Juristen und betroffene Betriebsräte diskutieren auf der Konferenz aktuelle Fallbeispiele und Abwehrstrategien gegen:

  • Gezieltes Bossing: Systematischer psychologischer Druck durch Vorgesetzte, um engagierte Arbeitnehmervertreter zu zermürben.
  • Konstruierte Verdachtskündigungen: Der Missbrauch von vagen Vorwürfen, um den Kündigungsschutz von Betriebsratsmitgliedern auszuhebeln.
  • Strukturelle Behinderung: Das Vorenthalten von Informationen und die bewusste Verzögerung von Mitbestimmungsprozessen.


Klare Worte aus der Bahnbranche
Vor Ort schildern Gewerkschafter aus verschiedenen Branchen den wachsenden Druck. Auch in der Verkehrs- und Logistikbranche verschärft sich der Ton spürbar.
 

„Wer Betriebsräte angreift, greift die gesamte Belegschaft und unsere Demokratie im Betrieb an. Gerade im Mobilitätssektor, wo Kolleginnen und Kollegen unter hohem Druck den Laden am Laufen halten, brauchen wir starke, angstfreie Interessenvertretungen. Wir erleben leider immer öfter, dass Arbeitgeber versuchen, kritische Stimmen systematisch mundtot zu machen. Das werden wir als EVG nicht zulassen. Wir halten dagegen – mit voller Solidarität und allen rechtlichen und gewerkschaftlichen Mitteln.“ Der Vorsitzende des Landesverbandsvorstandes der EVG in Baden-Württemberg, Manuel Amberger, am Rande der Konferenz.


Solidarität und Gegenwehr: Praxisnaher Austausch
Die Konferenz versteht sich nicht nur als Bestandsaufnahme, sondern vor allem als Plattform für praktischen Widerstand. In verschiedenen Foren tauschen sich die Teilnehmer über rechtliche Gegenwehr, effektive Öffentlichkeitsarbeit und die Stärkung der Solidarität innerhalb der Belegschaften aus. Die klare Botschaft aus Mannheim lautet: Angriffen auf die Mitbestimmung muss von Beginn an kollektiv und entschlossen begegnet werden.

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