Norbert, welche Erkenntnisse und Erfahrungen habt ihr bisher gesammelt?
Der Erfolg hat uns ehrlich gesagt selbst überrascht: Über 60 Themenfelder kamen zusammen – so viele, dass ich im ersten Moment fast Respekt vor der eigenen Courage bekam. Also: Wie damit umgehen? Gemeinsam mit den Kolleg:innen, die ihre Vorschläge eingebracht hatten, haben wir die Themen zunächst geordnet und priorisiert. Aus Konsensthemen entstanden klare Statements und Verbesserungsvorschläge. Und dort, wo es komplex wurde, haben sich agile Teams gebildet – kleine Gruppen, die selbstständig und zielorientiert an Lösungen arbeiten und ihre Ergebnisse in die Fachgruppensitzungen einbringen.
Warum lohnt das Arbeiten in Agilen Teams – und worin liegt ihr Mehrwert?
Agile Teams schaffen Nähe – und sie fördern echte Beteiligung. Ich erlebe immer wieder, wie viel leichter sich auf diesem Weg unterschiedliche Standpunkte verstehen und bearbeiten lassen. Entscheidend ist dabei der Faktor Zeit: Gute, partnerschaftliche Kommunikation entsteht nicht zwischen Tür und Angel. Beeindruckend finde ich, dass nach einem intensiven Austausch und der strukturierten Dokumentation der Aspekte die Ergebnisse oft „auf der Hand liegen“ – greifbar, nachvollziehbar und gemeinsam getragen.
Was passiert anschließend mit den Ergebnissen eurer Arbeit?
Ergebnisse werden nur dann politisch beachtet, wenn es uns gelingt, sie in den Diskurs einzubringen. Das tun wir über unsere Webseite, die imtakt, den EVG-Bundesvorstand und dort wo Entscheidungen vorbereitet werden. Immer wieder finden sich dafür Gelegenheiten. So konnten wir unsere Ansätze bereits auf den VDEI-Eisenbahnfachtagen vorzustellen und im Rahmen eines Treffens mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO, Dr. Nagl. Jüngst folgte die Einladung zu einem Workshop mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr, dem DZSF und der Allianz pro Schiene – ein starkes Signal, dass unsere Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird.
Weitere Informationen findet ihr auf unserer WEB-Seite.
Agile Teams, so arbeitet die ZFG Ingenieure. Drei Fragen an Norbert Paulat, Sprecher der Fachgruppe.
Die Fachgruppe probiert seit einiger Zeit neue Wege der Zusammenarbeit aus. Sie experimentiert mit neuen Kommunikationsformen. Ziel ist es, mehr Beteiligung zu ermöglichen – auch für Kolleg:innen, die stark eingebunden sind und nicht regelmäßig an Sitzungen teilnehmen können.
