1. Mai in Karlsruhe: „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“

Bei strahlendem Sonnenschein verwandelte sich die Karlsruher Innenstadt am 1. Mai in ein Meer aus roten Fahnen. Rund 1.000 Menschen folgten dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und demonstrierten unter dem bundesweiten Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ für soziale Gerechtigkeit, faire Löhne und sichere Arbeitsplätze.

Eine Gruppe von Menschen läuft auf einer Straße mit Straßenbahnschienen. Mehrere Personen halten ein breites rotes Banner mit der Aufschrift „1. Mai 2026“ und „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“, rechts daneben ein DGB-Logo und eine abgebildete erhobene Faust. Im Hintergrund sind Bäume, Wohngebäude und weitere Menschen mit Fahnen zu sehen, darunter rote Fahnen und weiße Fahnen mit blauen und roten Schriftzügen.

Karlsruhe

Lautstarker Protestzug durch die City
Der Tag begann um 11:00 Uhr am Festplatz. Von dort aus setzte sich ein bunter und entschlossener Demonstrationszug in Bewegung. Begleitet von Trommelrhythmen und Transparenten zogen die Teilnehmenden durch die Karlsruher Innenstadt. Besonders präsent war die EVG, die mit einer großen Delegation auf die aktuellen Herausforderungen im Verkehrssektor aufmerksam machte. Trotz vereinzelter Zündungen von Pyrotechnik blieb die Stimmung friedlich.

Kundgebung auf dem Marktplatz
Gegen Mittag erreichte der Zug den Marktplatz zur zentralen Kundgebung. Hauptredner Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, fand klare Worte zur wirtschaftlichen Lage. In Zeiten von Transformation und Inflation dürfe die Last nicht einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt werden.

Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) sprach zu den Teilnehmenden. Sein Auftritt wurde von Buhrufen und Pfiffen aus Teilen des linken Spektrums begleitet und machte die angespannte Debatte um soziale Kürzungen und kommunale Sparmaßnahmen deutlich.

Politische Botschaften und Maifest
Im Anschluss an die Redebeiträge lud der DGB ab 13:15 Uhr zum traditionellen Maifest ein. Die Band „Jay Double U“ sorgte für musikalische Begleitung. An den Infoständen der Gewerkschaften nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum Austausch. Ein Kinderprogramm mit Hüpfburg sowie Verpflegungsstände trugen zu einer offenen und familienfreundlichen Atmosphäre bei.

Arbeitsplätze an erster Stelle
Am Rande der Veranstaltung betonte Manuel Amberger von der EVG die Bedeutung des gewerkschaftlichen Zusammenhalts: „Der 1. Mai ist ein Tag des Zusammenhalts und der Solidarität. Wir stehen gemeinsam für unsere Rechte und eine gerechte Gesellschaft ein. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit müssen die Arbeitsplätze und die Sicherheit der Beschäftigten an erster Stelle stehen – nicht die Profite der Konzerne.“

Mit der Kundgebung und dem anschließenden Fest setzte die Karlsruher Gewerkschaftsbewegung ein deutliches Zeichen: Der Einsatz für gute Arbeitsbedingungen bleibt aktuell und wird von einer starken Solidarität über Branchengrenzen hinweg getragen.

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