23.01.2012
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft
machte zu Beginn der Verhandlungen zur Einkommensrunde 2012 bei der
Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF) klar, dass die Beschäftigten eine
deutliche Reallohnsteigerung erwarten. Die zweitägige Auftaktrunde
begann konfliktgeladen.
Die Arbeitgeberseite unterbreitete am ersten Tag ein „Angebot“, das
den Namen nicht verdient. Die Tarifkommission erklärte welche Punkte
verhandlungsfähig und welche nicht verhandlungsfähig sind. So lehnte die
Tarifkommission unter anderem eine unbefristete Arbeitszeiterhöhung auf
40-Stunden-Woche und eine Absenkung des Tarifniveaus konsequent ab. Die
Arbeitgeberseite beharrt aber weiterhin auf eine Erhöhung der
Arbeitszeit und unterbreitete am zweiten Verhandlungstag folgendes
Angebot mit einer Gesamtlaufzeit von 27 Monaten:
- Einführung 39,5-Stunden-Woche befristet für 3 Jahre (Januar 2012 bis
Dezember 2014) ohne vollen tabellenwirksamen Entgeltausgleich,
stattdessen pro Jahr 500 Euro Einmalzahlung als Ausgleich (entspricht
ca. 75 Prozent Teillohnausgleich)
Bedingung: Ausgleichszahlung unter Vorbehalt der Erfolgsabhängigkeit – Zahlung nur bei positivem Geschäftsergebnis
Auswirkungen:
Durch Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden
(monatlich 167 Stunden) auf 39,5 Stunden (monatlich 171,8 Stunden)
verringert sich der Stundenlohn z. B. wie folgt:
Busfahrer Lohngruppe IV letzte Stufe bei 167 Stunden
1923,50 Euro Monatslohn (brutto) = 11,52 Stundenlohn
Busfahrer Lohngruppe IV letzte Stufe bei 171,8 Stunden
1923,50 Euro Monatslohn (brutto) = 11,20 Stundenlohn
- Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent ab 1. Dezember 2012 mit einer Laufzeit bis 31. März 2014
- Einmalzahlung: 600 Euro für Januar bis November 2012
- Weitergeltung 156 Euro Erholungsbeihilfe für 2012 und 2013 unter folgender Bedingung:
Im
Gegenzug Verzicht auf Bezahlung von 12 Stunden pro Jahr für alle
Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung, u. a. nach
Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz
Die Mitglieder der Tarifkommission werden im Vorfeld der nächsten
Verhandlung mit den EVG-Mitgliedern das „Angebot“ diskutieren, besonders
zum Thema Arbeitszeitverlängerung.
Die nächste Verhandlungsrunde ist am 2. März 2012.