12.01.2012
Der britische Telekommunikationsriese provoziert die Beschäftigten: Vodafone hat die Verhandlungen zu einem Interessenausgleich zum Projekt „Borkum“ platzen lassen. Das Management erklärte nach nur zwei kurzen Beratungen im Dezember jetzt das Scheitern. Damit wird deutlich, dass es den Verantwortlichen niemals ernsthaft um die Interessen der Beschäftigten ging.
Mit den Verhandlungen sollten allenfalls Beruhigungspillen verteilt werden. Anstatt die Fragen der Interessenvertreter zu beantworten und über Alternativen zu beraten, lässt Vodafone die Verhandlungen scheitern, bevor die Arbeitnehmervertreter ihren Entwurf über die Zukunft der Arbeitsplätze einbringen konnten. Eine Erklärung dafür liegt noch nicht vor.
Aus Sicht von EVG wird damit klar: Vodafone hat von Anfang an knallhart das Ziel verfolgt, die Kundenservice Standorte Essen und Eschborn aufzugeben. Auf keinen Fall möchte die Arbeitgeberseite sich mit Gegenkonzepten des Gesamtbetriebsrats, beispielsweise über Alternativen zum Stellenabbau, auseinander setzen. Plausible Erklärungen zur Sinnhaftigkeit der Verlagerung des Kundenservice, konnte das Management bis heute nicht geben. Auch fast alle Fragen der Arbeitnehmer bei der Erörterung der vorgestellten Unterlagen blieben unbeantwortet.
Die EVG bedauert diesen Schritt, denn mit dem erklärten Scheitern ruft der Arbeitgeber die Einigungsstelle an. In einer Einigungsstelle entscheidet im Zweifel ein Unabhängiger über das Schicksal der betroffenen Arbeitnehmer in Essen und Eschborn. Am Freitag befasst sich der Gesamtbetriebsrat mit der Vodafone-Mitteilung.
Unterdessen wurde bekannt, dass die ExCo Vodafone die Freigabe erteilt
hat, einen Vorvertrag mit dem Unternehmen "arvato" abzuschließen. Dies
ist ein weiterer Beweis dafür, dass es den Verantwortlichen niemals
ernsthaft um die Interessen der Beschäftigten ging.