16.11.2011
Die EVG fordert mehr Anstrengungen gegen Gewalt in Zügen und auf Bahnhöfen. Nach aktuellen Zahlen haben nämlich die Übergriffe auf Bahn-Mitarbeiter wieder zugenommen. Die Gewerkschaft setzt sich unter dem Motto "Sicher unterwegs" seit langem für Maßnahmen gegen Gewalt ein. Sie sieht aber vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht. Sicherheit muss Grundstein jedes Servicegedankens sein.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert von Politik und Arbeitgebern weitere Anstrengungen gegen die zunehmende Gewalt in Zügen und auf Bahnhöfen. "Wir sind offenbar weit davon entfernt, das Problem im Griff zu haben", sagte der stellvertretende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel mit Blick auf aktuelle Zahlen der Deutschen Bahn. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Eisenbahner zum Freiwild werden."
Nach einer aktuellen Statistik hat die Zahl der Übergriffe auf Bahn-Mitarbeiter wieder zugenommen. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden demnach 11 Prozent mehr Angriffe registriert als im selben Vorjahreszeitraum. "Das ist erschütternd. Wenigstens ist aber die Sensibilität gestiegen, solche Fälle auch zu melden", kommentierte Hommel. Dies sei auch ein Erfolg der Kampagne "Sicher unterwegs", die die Gewerkschaft vor wenigen Jahren ins Leben gerufen hatte. "Aber die Zahlen zeigen auch, dass wir noch viel mehr für das Thema Sicherheit tun müssen", betonte der EVG-Vize.
Unter dem Motto "Sicher unterwegs" setzt sich die Gewerkschaft für bessere Prävention wie z.B. Deeskalationstrainings, aber auch für eine bessere Betreuung der Beschäftigten nach gewalttätigen Vorfällen ein. "Wir sehen hier in erster Linie die Arbeitgeber in der Pflicht. In letzter Zeit wird viel von Servicequalität gesprochen. Sicherheit für Beschäftigte und Kunden muss der Grundstein jedes Servicegedankens sein." Aber auch die Politik sei in der Pflicht. "Im Regionalverkehr bestimmen die Bundesländer als Besteller, wie viel Personal auf den Zügen ist und für Sicherheit sorgen kann. Die Länder müssen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen."