24.10.2011
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert mehr Personal für das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Seit 1994 sei die Personalausstattung um 20 % verringert worden. Viele EBA-Beschäftigte seien an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Bei den Haushaltsberatungen müsse das EBA besonders berücksichtigt werden. Sicherheit dürfe nicht von der Haushaltslage abhängig sein.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat mehr Personal für das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) gefordert. "Die Personalsituation im EBA ist bis zum Äußersten angespannt", sagte EVG-Vorstandsmitglied Martin Burkert. "Mehr Personal würde nicht nur mehr Sicherheit bedeuten, sondern auch schnellere Abläufe. Das ist auch im Interesse der Bahnunternehmen in Deutschland." In den Haushaltsberatungen müsse das EBA besonders berücksichtigt werden. "Sicherheit auf der Schiene darf nicht von der Haushaltslage abhängig sen."
"Wir verstehen die Probleme, die manche Unternehmen mit den Anforderungen des EBA haben", sagte Burkert mit Blick auf aktuelle Presseberichte. "Wer aber die Schuld jetzt bei den Mitarbeitern sucht, kennt die Verhältnisse offenbar nicht." Viele EBA-Beschäftigte seien an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. Seit der Gründung der Behörde 1994 sei die Personalausstattung um 20 % verringert worden, "und das bei zunehmenden Aufgaben". So wurde 2010 eine Kundenbeschwerdestelle eingerichtet. Hinzu gekommen seien auch die Ausgabe von Sicherheitsbescheinigungen und von Treibfahrzeug-Führerscheinen.
Entlastung habe es in den vergangenen Jahren durch Fachkräfte gegeben, die im Rahmen der Konjunkturpakete I und II der Bundesregierung vorübergehend im Eisenbahn-Bundesamt eingestellt worden seien. "Sie haben hier Wissen erworben und auch eigenes Wissen eingebracht. Man täte gut daran, dieses Wissen langfristig zu sichern und diese Beschäftigten fest einzustellen." Um die Motivation der Mitarbeiter insgesamt zu erhöhen, sei es auch erforderlich, die Beförderungssituation zu verbessern.
Forderungen, dem EBA die technischen Prüfungen zu entziehen und beim TÜV anzusiedeln, wies Burkert als "puren Aktionismus" zurück. "Das wäre das letzte, was die EBA-Beschäftigten verdient hätten: dass sie zum Dank für ihren Einsatz für Sicherheit noch durch die Verlagerung ihrer Jobs bestraft werden."