18.10.2011
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisiert die geplante Verlängerung der Reinigungsintervalle in Fernzügen. Dies passe nicht zu dem Anspruch, ein sympathisches Unternehmen zu sein. Empörend sei auch der Umgang mit den Beschäftigten. Die Reinigungsintervalle sollen von sechs auf zehn Wochen verlängert werden.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die geplante Verlängerung der Reinigungsintervalle in Fernzügen kritisiert. "Hier wird in aller Seelenruhe ein klassisches Eigentor vorbereitet", sagte der Stellvertretende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. "Die Deutsche Bahn will ein sympathisches Unternehmen sein. Aber sympathisch wird man nicht mit dreckigen Zügen. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit würde damit noch größer werden."
Derzeit werden die Waggons der ICE-Züge alle sechs bis acht Wochen einer sogenannten Grundreinigung unterzogen. Dieses Intervall soll derzeit auf zehn Wochen ausgedehnt werden. "Hintergrund ist wieder einmal die Suche nach Einsparpotenzialen. Dabei wird sehenden Auges ein Imageschaden in Kauf genommen. Und das in Form eines Experimentes am Kunden. Davor können wir nur warnen", so Hommel.
Der EVG-Vize kritisierte auch, dass erneut Arbeitsplätze von der geplanten Maßnahme betroffen sind. „Es geht um rund 150 Beschäftigte, die derzeit mit der Reinigung der Züge betraut sind." Dabei handele es sich zum Teil um Beschäftigte, die das Tochterunternehmend DB Services eigens dafür von DB Fernverkehr übernommen hatte. "Diese Kolleginnen und Kollegen hängen in der Luft, wenn die Bahn ihre Pläne umsetzt. Dieser Umgang mit den Mitarbeitern ist für uns nicht hinnehmbar."