20.09.2011
Für die EVG ist die Pünktlichkeitsoffensive der DB ein richtiger Schritt, aber nicht ausreichend. Informationen müssten nicht nur über das Internet, sondern auch auf den Bahnsteigen an die Kunden gebracht werden. Dafür seien mehr Personal und eine verbesserte Kommunikation nötig. Die EVG kritisierte, dass bei der Personalplanung Beschäftigte und Bedürfnisse der Kunden zu wenig beachtet würden.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bewertet die von der Deutschen Bahn vorgestellte Pünktlichkeitsoffensive positiv, fordert aber weitere Maßnahmen. „Die Veröffentlichung im Internet ist ein Schritt in Richtung mehr Service und mehr Kundennähe und deshalb ein richtiger Schritt“, sagte Vorstandsmitglied Reiner Bieck.
„Man sollte allerdings nicht glauben, dass das Internet alles ist. Die Informationen müssen auf den Bahnsteigen an die Kunden gebracht werden. Die Deutsche Bahn muss sich auch um die Fahrgäste kümmern, die kein Smartphone haben und die nicht ständig mit dem Laptop unter dem Arm herumlaufen.“
Dafür sei zum einen mehr Personal nötig und zum anderen müsse die interne Kommunikation verbessert werden, so der Gewerkschafter. Bieck wies darauf hin, dass immer wieder „Eisenbahner auf den Bahnhöfen, in den Reisezentren und den Service Points den zu recht aufgebrachten Kunden nicht mal Auskunft geben konnten. Solche Situationen wollen unsere Kolleginnen und Kollegen nicht noch einmal erleben.“
Generell werde bei der Personalplanung bei der Deutschen Bahn zu wenig an die Bedürfnisse der Kunden und zu wenig an die Beschäftigten gedacht, kritisierte Bieck. Er verwies auf aktuelle Pläne des Bahnkonzerns, jede vierte Stelle in den Reisezentren abzubauen. „Auch hier wird der Vertriebsweg Internet zum Vorwand genommen, eine Maßnahme umzusetzen, die zu Lasten der Beschäftigten und zu Lasten der Kunden geht. Wir müssen endlich wegkommen von einem Denken, das sich nur um kurzfristige Rentabilität dreht.“