14.09.2011
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) aufgefordert, bei der Vergabe von Fördermitteln stärker als bisher auf die Eignung der Antragsteller zu achten. Nach Recherchen von mobifair, dem Verein für fairen Wettbewerb in der Mobilitätsbranche, erhalten dubiose Unternehmen auf Antrag mehrere tausend Euro von der BA, um Arbeitssuchende - teilweise im Schnelldurchgang - zu Lokführern auszubilden. An der erforderlichen Qualifikation fehle es dann aber häufig.
„Der Beruf des Lokführers ist ein besonders verantwortungsvoller“, macht der Vorsitzende der EVG, Alexander Kirchner, deutlich. Deshalb habe seine Gewerkschaft auch maßgeblich dazu beigetragen, dass es auf europäischer Ebene jetzt eine Führerscheinverordnung gibt, die vorschreibt, welche Kriterien bei der Ausbildung zum so genannten Triebfahrzeugführer anzuwenden sind. „Gut drei Jahre lang haben die erfahrensten unserer Kolleginnen und Kollegen unter dem Dach der Europäischen Transportarbeiter Föderation (ETF) darum gerungen, endlich einen vollwertigen, allgemein anerkannten Führerschein für Lokomotivführer aus der Taufe zu heben“, erläutert Kirchner. Anfang Mai sei die entsprechende Verordnung in nationales Recht übernommen worden.
Missbrauch werde damit deutlich schwerer, auszuschließen sei dieser aber auch künftig nicht, stellt der EVG-Vorsitzende gleichwohl fest. Deshalb müsse die Bundesagentur stärker hinschauen, an wen Fördermittel gezahlt würden, wenn auf dem freien Markt angebotene Lokführer-Ausbildungen finanziert werden. Erforderlich sei zudem eine Zertifizierung der Ausbilder, um die notwendigen Standards gewährleisten zu können, so Alexander Kirchner. Auch das Eisenbahnbundesamt als Aufsichtsbehörde sei gehalten, zu hinterfragen, wer einen Antragsteller zum Lokführer ausgebildet hat. Für diese wichtige Aufgabe müsse zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt werden. „Ohne verstärkte Kontrollen geht es offensichtlich nicht“, machte Kirchner deutlich.
Die EVG setzte sich mit Nachdruck dafür ein, dass nur gut ausgebildete Lokführer ihrem Beruf nachgehen dürfen. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse stärker kontrolliert und gegebenenfalls scharf sanktioniert werden. „Wir sind uns mit den Kolleginnen und Kollegen, die als Triebfahrzeugführer tätig sind, einig: schwarze Schafe werden wir nicht dulden“, stellt der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, fest.