13.09.2011
Der seit Tagen anhaltende Streik der GDL-Lokführer sorgt bei den Fahrgästen der Hessischen Landesbahn (HLB) zunehmend für Ärger und Verdruss. Immer öfter lassen Pendler ihre Wut über Zugausfälle und Verspätungen an den Mitarbeitern der Hessischen Landesbahn aus. Damit treffen sie, nach Aussage der EVG-Vorstände Heinz Fuhrmann und Regina Rusch-Ziemba, aber genau die falschen.
"Wir können gut verstehen, dass Bahnreisende die Nase voll haben und für den augenblicklichen Arbeitskampf der GDL bei der HLB keinerlei Sympathien mehr aufbringen", machten Fuhrmann und Rusch-Ziemba deutlich. Im Augenblick gehe es offensichtlich nur noch um Organisationspolitik; rücksichtslos versuche die GDL ihre fragwürdigen Ziele auf dem Rücken der Fahrgäste, aber auch der übrigen Beschäftigten durchzusetzen. "Dafür haben auch wir keinerlei Verständnis", so Fuhrmann und Rusch-Ziemba. Die EVG habe zu Beginn des Jahres einen Branchentarifvertrag abschließen können, der die Mitarbeiter der Nahverkehrsunternehmen vor Lohndumping schützt. Dieser Tarifvertrag gelte auch für Lokführer. "Wir haben der GDL frühzeitig angeboten, diesen gemeinsam mit uns zu verhandeln. Das aber wurde mehrfach abgelehnt. Die wollten ihr eigenes Ding machen", erläuterten Fuhrmann und Rusch-Ziemba. Das Ergebnis sei verheerend. Während der von der EVG abgeschlossene Branchentarifvertrag in Hessen bei Ausschreibungen von Verkehrsleistungen bereits als "maßgeblich" zu Grunde gelegt wird, trete die GDL auf der Stelle und versuche weiterhin Regelungen ausschließlich für die bei ihr organisierten Lokführer zu treffen.
"Heute sind es die Mitglieder der EVG, die den Eisenbahnverkehr bei der HLB einigermaßen aufrecht erhalten", machten die EVG-Vorstände deutlich. "Wir verstehen uns dabei nicht als Streikbrecher. Da wir einen gültigen Tarifvertrag haben, gilt für unsere Mitglieder die Friedenspflicht.
Für die Kolleginnen und Kollegen, die derzeit die Züge fahren, sei es insofern unerträglich, von Fahrgästen beschimpft und angefeindet zu werden. "Die GDL-Lokführer, die den Dienst verweigern, verstecken sich und unsere Leute, die ihren Dienst tun, werden dafür auch noch von den Reisenden beschimpft. Das ist nicht akzeptabel", kritisieren Heinz Fuhrmann und Regina Rusch-Ziemba.